Olympia-Duell Berlin - Hamburg bis zuletzt offen

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Berlin oder Hamburg? Wer darf sich um die Olympischen Spiele 2024 und 2028 bewerben? Foto: Michael Kappeler

Experten aus Sport, Politik und Gesellschaft haben den DOSB-Entscheidern noch mal viel zum Nachdenken mit auf den Weg gegeben: Die Empfehlung für Berlin oder Hamburg als Olympia-Kandidat ist dadurch nicht einfacher geworden.

Frankfurt/Main (dpa) - Das Rennen zwischen den deutschen Olympia-Bewerbern Berlin und Hamburg bleibt bis zuletzt offen. Nach einer Expertenrunde in Frankfurt Main hat der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) laut Präsident Alfons Hörmann "neue Erkenntnisse und neue Sichtweisen" gewonnen.

"Wir gehen jetzt ergebnisoffen in die nächste Stufe. Dort werden wir alles Gehörte und Gesehene reflektieren", sagte der 54-Jährige unmittelbar vor der entscheidenden Präsidiumssitzung. "Dann muss es aus meiner Sicht eine Abstimmung gegeben."

Die Gesprächsrunde fand mit über 40 Vertretern aus Sport, Politik und Gesellschaft statt, dabei wurden die Vor- und Nachteile der Kandidatenstädte für die Sommerspiele 2024 diskutiert.

Hörmann geht davon aus, dass der DOSB wie geplant um 19.00 Uhr bei einer Pressekonferenz seine Entscheidung bekanntgibt. Dabei will das achtköpfige Gremium die wegweisende Empfehlung für Berlin oder Hamburg abgeben, die von der Mitgliederversammlung am Samstag noch bestätigt werden muss.

Die Gespräche mit Experten wie Behindertensportverbandschef Julius Beucher, Weihbischof Jörg Michael Peters, DFB-Präsident Wolfgang Niersbach, SPD-Politikerin Ulla Schmidt, Ex-Turner und CDU-Bundestagsabgeordneter Eberhard Gienger fanden ohne die Grünen statt, die mangelnde Transparenz im Auswahlverfahren beklagt hatten.

"Die olympische Idee ist spürbar angekommen", sagte Hörmann, "wichtige Vertreter der Gesellschaft warten nur auf den Startschuss, um dann hoch engagiert einzusteigen."

Berlin und Hamburg hatten ihre Konzepte tags zuvor der DOSB-Führung und den Vertretern der Spitzensportverbände präsentiert. Deren geheimes Votum wird eine wichtige Rolle in der abschließenden Präsidiumssitzung spielen. "Die Diskussion heute hat sich eminent unterschieden. Während bei den Verbänden das Sportfachliche im Vordergrund stand, war heute der große Geist Olympischer Spiele spürbar. Das hat zu der spannendsten Diskussion geführt, die ich als DOSB-Präsident erlebt habe."

Hörmann wies vor den finalen Gesprächen noch einmal auf die große Bedeutung der Stimmungslage in Berlin und Hamburg hin. "Es wird sicher sehr stark um die Frage gehen, welche Bevölkerung wird am Ende unser Projekt mehr unterstützen", sagte Hörmann im ZDF-"Morgenmagazin". Bei einer Forsa-Umfrage hatten sich zuletzt 64 Prozent der Hamburger für Olympia in ihrer Stadt ausgesprochen, in Berlin waren es 55 Prozent.

Es stünden zwei hervorragende Konzepte zur Auswahl, betonte Hörmann. Für Berlin spreche "selbstverständlich als ein gewichtiges Argument" der Hauptstadtbonus. "Dagegen hat Hamburg ein faszinierendes Konzept im Sinne der Entwicklung für die Zukunft präsentiert."

Die endgültige Wahl des deutschen Olympia-Bewerbers findet am Samstag auf der DOSB-Mitgliederversammlung in der Frankfurter Paulskirche statt. Vor der Abgabe einer deutschen Kandidatur an das Internationale Olympische Komitee Mitte September müssen erst noch die Bürger der Gewinnerstadt der Bewerbung zustimmen.

Der deutsche Bewerber wird sich starker internationaler Konkurrenz stellen müssen. Favorit Boston und Rom stehen als Bewerber für das Großereignis in neun Jahren fest. Auch Paris erwägt eine Kandidatur. Möglicherweise steigen auch Budapest, Istanbul, Doha, Baku und eine australische Stadt ins Rennen ein.

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