Polin ertrinkt fast

Dramatischer Zwischenfall bei Schwimm-EM

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Die Polin Natalie Carlos musste zum Auftakt der Schwimm-EM in Berlin aus dem Wasser gerettet werden.

Berlin - Der Auftakt der Schwimm-EM in Berlin ist von einem dramatischen Zwischenfall überschattet worden. Eine Teilnehmerin musste gerettet werden.

Der Auftakt der Schwimm-EM in Berlin ist von einem Zwischenfall überschattet worden. Die völlig erschöpfte polnische Langstreckenschwimmerin Natalie Charlos, die in Elmshorn lebt und trainiert, verlor kurz vor dem Ziel im 10-km-Rennen das Bewusstsein und musste von Helfern der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) aus dem Wasser gezogen werden.

Nach einer Behandlung an Land durch den deutschen Teamarzt Alexander Beck befand sich die Athletin aber wieder in einem stabilen Zustand. Die 21-Jährige wurde ins Krankenhaus zur näheren Untersuchung gebracht.
„Beim Eintreffen war sie nicht ansprechbar, wahrscheinlich hat sie sich überanstrengt. Mittlerweile ist sie wieder soweit stabil, sie ist ansprechbar und hat mich auch erkannt“, sagte Beck: „Wenn keiner daneben ist und sie rausholt, dann ertrinkt sie.“

Allerdings musste die DLRG für ihre Rettungsaktion auf der Regattastrecke in Grünau auch Kritik einstecken. „Das war einfach unglaublich. Ich habe wie am Spieß geschrien, aber die fahren 50 Meter nur nebenher. Die haben nur zugeschaut“, sagte Freiwasser-Bundestrainer Stefan Lurz. Sein Bruder, Rekord-Weltmeister Thomas Lurz, „wollte schon reinspringen und sie rausholen“, verriet Stefan Lurz.

Angela Maurer, die auf einem enttäuschenden 13. Platz das Rennen beendete, berichtete: „Das war erschreckend, sie hatte schon Schaum vor dem Mund, als sie ins Boot geholt wurde. Ich habe das schon vor vier Jahren mit Francis Crippen mitgemacht, so etwas ist wirklich schlimm.“

Der US-Amerikaner Crippen war beim Weltcuprennen 2010 in Fudschaira (Vereinigte Arabische Emirate) bei über 30 Grad Wassertemperatur gestorben und erst zwei Stunden nach Ende des Rennens leblos im Wasser gefunden worden war. Die Untersuchungskommission zum Tod des Schwimmers hatte daraufhin vom Weltverband FINA Wassertemperaturen von 18 bis 28 Grad gefordert.

dpa/sid

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