0:2 in Russland

Fed-Cup-Finale für DTB-Damen in weiter Ferne

Julia Görges unterlag Swetlana Kusnezowa mit 4:6, 4:6. Foto: Maxim Shipenkov
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Julia Görges unterlag Swetlana Kusnezowa mit 4:6, 4:6.

Sotschi - Noch nie hat eine deutsche Fed-Cup-Auswahl einen 0:2-Rückstand noch gedreht. Im Halbfinale in Russland verloren Julia Görges und Sabine Lisicki ihre Einzel. Der erneute Final-Einzug ist damit wohl Utopie.

Sabine Lisicki verließ bitter enttäuscht den Centre Court von Sotschi, während Teamchefin Barbara Rittner sichtlich unter Schock stand: Nach einer missglückten Personal-Rochade ist die zweite Endspiel-Teilnahme der deutschen Fed-Cup-Mannschaft in weite Ferne gerückt.

Das DTB-Quartett liegt im Halbfinale gegen Gastgeber Russland mit 0:2 in Rückstand und muss am Sonntag alle drei noch ausstehenden Partien gewinnen, um zum insgesamt achten Mal das Endspiel zu erreichen.

Noch nie ist es einer deutschen Auswahl im Fed Cup bislang gelungen, einen derartigen Rückstand noch in einen Erfolg umzuwandeln. „Es gibt immer ein erstes Mal. Wir wollen es noch schaffen und werden alles versuchen“, sagte Rittner. Auch Lisicki gab sich kämpferisch: „Wir müssen positiv bleiben. Wir haben ein großartiges Team, das macht uns stark“.

Eine bessere Ausgangsposition verspielte ausgerechnet die zuletzt so formstarke Lisicki (Berlin/Nr. 19), die bei der 6:4, 6:7 (4:7), 3:6-Niederlage gegen Anastasia Pawljuschenkowa (Nr. 38) ihrer Favoritenrolle nicht gerecht wurde. Die ehemalige Wimbledonfinalistin vergab beim Stand von 6:5 im zweiten Satz sogar einen Matchball und brach im dritten Durchgang komplett ein.

„Ab Mitte des zweiten Satzes fand ich sie zu passiv“, sagte Rittner bei Sat.1 Gold: „Sie war heute ein wenig ratlos, sie hat die richtige Mischung nicht gefunden. Ich war mir relativ sicher, dass sie das gewinnt.“

Zuvor hatte die überraschend im Einzel aufgebotene Julia Görges (Bad Oldesloe/Nr. 63) mit 4:6, 4:6 gegen Swetlana Kusnezowa (Nr. 24) verloren.

Damit gingen die gewagten Schachzüge von Rittner nach hinten los. Die 41-Jährige hatte am Freitag bei der Auslosung überraschend auf die Nominierung ihrer beiden Topspielerinnen Andrea Petkovic (Darmstadt/Nr. 11) und Angelique Kerber (Kiel/Nr. 14) verzichtet. Das Duo war nach dem Turnier in Charleston/South Carolina erst am Mittwochfrüh um 2.13 Uhr in Sotschi gelandet und plagte sich mit dem Jetlag.

„Für mich war das die einzige Lösung für den heutigen Tag, auch in Rücksprache mit den Spielerinnen“, sagte Rittner: „Ich würde es wieder so machen und übernehme die volle Verantwortung.“

Allerdings machen es die Regularien des Weltverbandes ITF möglich, dass Rittner sowohl Petkovic als auch Kerber am Sonntag einsetzen könnte - und wohl auch wird. „Wir werden jetzt Gespräche führen, noch habe ich keine Entscheidung getroffen“, sagte die Teamchefin am Samstagabend.

Bislang sind für das Spitzeneinzel am Sonntag (12.00 Uhr/Sat.1 Gold und www.ran.de) Lisicki und Kusnezowa sowie Görges und Pawljuschenkowa aufgestellt. Für das Doppel wurden pro forma Petkovic und Kerber gemeldet, die gegen Wesnina/Zwonarewa antreten würden.

Die sichtlich nervöse Lisicki erlaubte sich vor 3800 Zuschauern in der Adler Arena insgesamt 63 unerzwungene Fehler. Dabei hatte das Spiel für die 25-Jährige gut begonnen. Nach zwei Breaks holte sich Lisicki nach 42 Minuten den ersten Satz, agierte in der Folge aber zu inkonstant. Im entscheidenden Durchgang geriet sie in ihrem ersten Fed-Cup-Einzel nach über zwei Jahren schnell mit 0:4 in Rückstand, kämpfte sich aber immerhin noch auf 3:5 heran. Doch Pawljuschenkowa behielt die Nerven und verwandelte nach 2:29 Stunden ihren dritten Matchball.

Auch „Joker“ Görges leistete sich gegen Kusnezowa zu viele „unforced errors“ (45). „Es gab jeweils zwei Spiele in jedem Satz, in denen ich nicht gut gespielt habe“, sagte Görges. Ihre Aufschläge gab die 26-Jährige jeweils beim Stand von 4:4 ab.

sid

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