Martin lässt BMW jubeln

DTM: Rückschlag für Rockenfeller

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Mike Rockenfeller.

Wolokolamsk - Beim Premierensieg des BMW-Piloten Maxime Martin hat DTM-Champion Mike Rockenfeller einen bitteren Sonntag erlebt.

Titelverteidiger Mike Rockenfeller kauerte nach seinem Patzer geschockt hinter der Streckenabsperrung, sein Chef Dieter Gass war bedient. „Insgesamt war dieses DTM-Rennen für mich die größte Enttäuschung in meiner Funktion als Leiter DTM bei Audi Sport“, sagte Gass am Sonntag nach dem neunten sieglosen Rennen im Deutschen Tourenwagen Masters in Serie. „Wir sind natürlich nicht zufrieden, weil wir uns sicher viel mehr ausgerechnet haben. Es sind insgesamt zu viele Fehler passiert damit meine ich nicht nur die Fahrer. Wir müssen schauen, dass wir das in Zukunft besser machen.“

BMW bejubelte den Doppelerfolg von Rookie Maxime Martin und Bruno Spengler auf dem „Moscow Raceway“ 80 Kilometer nordwestlich der russischen Hauptstadt. Die enttäuschten Audi-Leute dagegen, die sich wegen der eigentlich starken RS5 DTM viel ausgerechnet hatten, versuchten sich an Mattias Ekström aufzurichten. Der habe „mit einer tollen Aufholjagd von Startplatz elf auf Rang drei die Kohlen für uns aus dem Feuer geholt“, wie Gass betonte.

Um 0,1 Sekunden hielt der Schwede den Gesamtführenden Marco Wittmann im BMW hinter sich und ist nun erster Verfolger des Franken. Bester Mercedes-Fahrer wurde Christian Vietoris auf Rang sieben hinter Ex-Formel-1-Pilot Timo Glock, der in seinem BMW in den letzten Runden noch von Rang drei zurückfiel. „Leid tut es mir für Timo, der uns fast noch einen Dreifachsieg geschenkt hätte. Aber auch so ist es ein Topergebnis für BMW“, urteilte Motorsportchef Jens Marquardt.

Wittmann hat nach fünf von zehn Saisonrennen mit 70 Zählern nun 20 Punkte Vorsprung auf Ekström. Mit je 41 Punkten folgen Audi-Fahrer Edoardo Mortara und Spengler. Martin ist nach dem ersten Sieg eines Belgiers in der DTM nun hinter Mike Rockenfeller Sechster. Der Champion von 2013 verschenkte einen Spitzenplatz durch einen unnötigen Unfall, muss zur Strafe in Spielberg drei Plätze weiter hinten starten und bekam zudem deutliche Kritik zu hören.

Erwartbar unterlegen auf den härteren Standardreifen wollte er, so die Theorie, im zweiten Teil des Rennens auf der 3,931 Kilometer langen Strecke nach ganz vorne fahren. Nach 23 Runden begannen aber für Audi und insbesondere das Team Phoenix aber katastrophale Minuten. Timo Scheider musste sein Auto auf der Zielgeraden mit einem Defekt abstellen: Safety Car.

Teamkollege Rockenfeller reagierte via Funk nervös und musste beruhigt werden. Sein Plan war in Gefahr - vollends zum Scheitern brachte er ihn dann selbst, als er nach dem Restart ins Heck von Tambay fuhr und sich selbst aus dem Rennen nahm. „Verflucht noch mal, es war alles noch drin, warum kannst du dich nicht konzentrieren“, schimpfte Phoenix-Teamchef Ernst Moser im Funk. Nach dem Rennen entschuldigte sich Rockenfeller kleinlaut: „Es war ganz klar mein Fehler und keine Absicht.“

Erneut musste das Safety Car ausrücken und Martin Angriffe der Verfolger immer weniger fürchten. „Das war ein perfekter Tag“, sagte der 28-Jährige der ARD. „Erster Sieg im fünften Rennen - super.“ Für Spannung sorgte auf den letzten Metern der Zweikampf um den letzten Podestplatz - bei dem Ekström den Kühler seines RS5 DTM gerade so vorne hielt. „Wir haben jetzt Halbzeit und es sind noch fünf Rennen zu fahren. Ab Spielberg greife ich die Tabellenspitze an“, versprach der Schwede. Die Enttäuschung über fast ein Jahr ohne Rennsieg dürfte bei den Audi-Verantwortlichen aber zunächst überwiegen.

dpa

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