Nürburgring-Unfall

"Motorsport ist großartig, aber kann so grausam sein"

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Ein Sportwagen war auf der Nordschleife von der Strecke abgekommen.

Nürburg - Bei einem beängstigenden Unfall auf dem Nürburgring ist ein Zuschauer getötet worden. Das Langstreckenrennen wird sofort abgebrochen. Nun beraten die Verantwortlichen, wie der Motorsport noch sicherer werden kann.

Nach dem schockierenden Unfall-Tod eines Zuschauers bei einem Langstreckenrennen auf dem Nürburgring prüft der Deutsche Motorsport-Bund Konsequenzen. Die Verbandsspitze beriet mit Veranstaltern und Auto-Herstellern über Sofortmaßnahmen für noch mehr Sicherheit an den Strecken.

Trotz des vom Weltverband FIA vorgeschriebenen Fangzaunes war beim hochkarätigen Rennen auf der Nordschleife ein Auto in die Zuschauer geflogen und hatte einen 49 Jahre alten Niederländer getötet. Zwei weitere Zuschauer wurden bei dem beängstigenden Unfall verletzt. Auch der britische Nissan-Pilot Jann Mardenborough, der im Strecken-Abschnitt "Flugplatz" die Kontrolle über seinen Boliden verloren hatte, musste im Krankenhaus behandelt werden.

Die Motorsport-Welt reagierte bestürzt. Der Nissan-Rennstall sprach von einer "Tragödie". Es sei "unfassbar traurig, dass heute ein Zuschauer sein Leben bei unserer Leidenschaft verloren hat", schrieb Mercedes-Fahrer Jan Seyffarth, der bei dem Rennen von der Pole Position gestartet war. "Mir fehlen immer noch die Worte", bekannte DTM-Champion Marco Wittmann von BMW. Der frühere Formel-1-Weltmeister Jenson Button twitterte aus dem fernen Malaysia: "Motorsport ist großartig, aber kann so grausam sein."

Die Polizei und die Staatsanwaltschaft Koblenz begannen schon mithilfe eines Gutachters mit den Ermittlungen zum genauen Unfallhergang. Der Unfallwagen wurde von der Polizei sichergestellt. Das Drama hatte sich knapp eine Stunde nach dem Start ereignet. Bilder zeigen, wie das Auto mit der Nummer 23 kurz vor einer Rechtskurve komplett abhebt, sich in der Luft praktisch senkrecht aufstellt und dann gegen einen Reifenstapel kracht. Von dort flog der Wagen offenbar über den FIA-Sicherheitszaun in die Zuschauer. Das Rennen wurde sofort abgebrochen und nicht wieder gestartet.

Die auf vier Stunden angesetzte "61. ADAC-Westfalenfahrt" sollte den beteiligten Werksteams verschiedener Hersteller auch zur Vorbereitung auf das 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring Mitte Mai dienen. In der 38-jährigen Historie der Serie hatte es zuvor nie Unfälle gegeben, bei denen Zuschauer verletzt wurden.

Der Brite Mardenborough gilt als talentierter Rennfahrer. Er startete seine Karriere dank der GT Academy von Nissan, bei der über virtuelle Autorennen auf der Spielekonsole die Fähigkeiten junger Fahrer getestet wurden. Mardenborough setzte sich dabei gegen tausende Gegner durch und durfte danach bei Langstreckenrennen mitfahren. Für diese Saison erhielt er bei Nissan einen Vertrag als Werksfahrer in der Langstrecken-Weltmeisterschaft und wurde von seinem Arbeitgeber auch für das 24 Stunden Rennen in Le Mans Mitte Juni gemeldet.

Mardenborough habe alle notwendigen Lizenzen und Zulassungen gehabt, hieß es. Angesichts der ersten Bilder habe er wohl nicht mehr eingreifen können, als sein Auto Unterluft bekam und dadurch abhob.

Mitteilung Veranstalter

Webseite Langstrecken-Meisterschaft

Mitteilung Nissan

Wittmann bei Facebook

Youtube-Video vom Unfall

Youtube-Video mit Statement des VLN-Geschäftsführers

Tweet von Jenson Button

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