Schlechter Tag für deutsche Starter

Wimbledon: Pütz, Becker und Barthel raus

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Das Wimbledon-Abenteuer von Tim Pütz ist vorbei.

London - Das war kein guter Tag für die deutschen Tennisprofis in Wimbledon. Drei Spieler gingen auf die Plätze, drei verließen sie jeweils als Verlierer. Qualifikant Pütz war nicht chancenlos.

Das Wimbledon-Abenteuer von Tim Pütz ist vorbei. Trotz einer couragierten Vorstellung verlor der 26 Jahre alte Qualifikant am Mittwoch mit 6:2, 4:6, 6:7 (6:8), 3:6 gegen den Weltranglisten-15. Fabio Fognini und schied damit bei seiner Grand-Slam-Premiere in der zweiten Runde aus. Auch Benjamin Becker und Mona Barthel mussten am Niederlagen hinnehmen. Der 33-jährige Becker unterlag dem Ukrainer Alexander Dolgopolow 7:6 (7:4), 6:7 (0:7), 3:6, 4:6. Die Neumünsteranerin wurde mit 2:6, 0:6 von der früheren Wimbledon-Siegerin Petra Kvitova abgefertigt.

Damit erreichte am dritten Turniertag an der Church Road kein Deutscher Runde drei. Sabine Lisicki, Angelique Kerber, Andrea Petkovic und Philipp Kohlschreiber sowie Julian Reister bestreiten ihre Zweitrunden-Partien erst an diesem Donnerstag.

In seinem erst sechsten Match auf Rasen überhaupt startete Pütz ruhig und konzentriert, musste am Ende aber als Verlierer seine Tasche packen. Auf Court 16, der eingezwängt zwischen dem Centre Court und Court 1 liegt, offenbarte er gegen seinen launischen Rivalen anfangs kaum Emotionen. „Es ist schon teilweise ein bisschen langweilig“, hatte der Newcomer über Rasen-Tennis gesagt und auch die kurzen Ballwechsel gemeint. An dem sonnigen Nachmittag im Londoner Südwesten durfte ihm das egal gewesen sein, wenn seine Aufschläge unerreichbar einschlugen oder Punktgewinne vorbereiteten - und er den Favoriten damit über weite Strecken mächtig ärgerte.

236 Plätze trennten die beiden in der Weltrangliste, das beeindruckte den unbekannten Deutschen aber nicht. Von einer Gruppe mit Mutter und Freunden angefeuert, holte er sich mit einem erlaufenen Stopp den ersten Satzball - und ballte wenig später die Faust. Nach Satz eins durfte der Rechtshänder noch an die Sensation glauben.

Die Reise von Pütz nach England bot schon zuvor eine wundervolle Geschichte. „Unreal“ kam sie dem Hessen selbst vor. Als Kind hatte er vor dem Fernseher gehockt, als Wimbledon lief, nun spielte er selbst auf der berühmten Anlage. Erst zum dritten Mal probierte sich der frühere College-Spieler in der Qualifikation zu einem der vier größten Turniere, zum ersten Mal erreichte er das Hauptfeld. Zum Auftakt besiegte er überraschend den Russen Teimuras Gabaschwili. Eigentlich hatte sich Pütz gegen eine Profi-Laufbahn entschieden. Nur weil er für sein Master-Studium in Frankfurt nicht angenommen wurde, änderte er seinen Plan.

Gegen Fognini führte der deutsche Nobody im Tiebreak des dritten Satzes auch nach einem feinem Stoppball mit 4:0. Zwei Satzbälle vergab er, einen bei eigenem Aufschlag. Als sich der Italiener dann den Durchgang sicherte, war eine Vorentscheidung gefallen.

Unglücklich lief die Partie auf Platz 8 für Becker, der sich nach dem knapp gewonnen ersten Satz mehrfach behandeln lassen musste. Beim 1:0 im zweiten Durchgang ließ sich der Deutsche den Oberschenkel bandagieren und spielte anschließend gehandicapt weiter. Zwar rettete sich der Routinier erneut in den Tiebreak, gewann darin aber keinen Punkt. Kämpferisch hielt der 33-Jährige gegen die Nummer 21 der Setzliste weiter durch, aber auch der Finalist von s'Hertogenbosch konnte den bitteren Tag für die deutschen Tennis-Profis nicht verhindern.

dpa

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