Not-OP

Entlassung: Schwalb erleidet Herzinfarkt

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Martin Schwalb wurde als Trainer des HSV Hamburg entlassen.

Hamburg - Handball-Trainer Martin Schwalb hat nach Angaben seines Clubs HSV Hamburg am späten Donnerstagabend einen Herzinfarkt erlitten.

Notoperation, Intensivstation, aber keine Lebensgefahr mehr: Die beschlossene, aber wohl noch nicht offiziell vollzogene Entlassung als Trainer des Handball-Bundesligisten HSV Hamburg hat Martin Schwalb anscheinend buchstäblich das Herz gebrochen. Am späten Donnerstagabend erlitt der Coach einen vorwandigen Herzinfarkt und musste in einer vierstündigen Operation stabilisiert werden.

„Es geht ihm aber den Umständen entsprechend besser“, sagte HSV-Geschäftsführer Holger Liekefett am Freitagmittag auf einer Pressekonferenz. Dies bestätigte Ex-Nationalspieler Stefan Kretzschmer via Twitter: „OP gut überstanden.“ Schwalb hatte noch am frühen Abend eine Schulaufführung seines Sohnes Maxi besucht. Bis auf weiteres befindet er sich in der Heidberg-Klinik in Ochsenzoll vor den Toren Hamburgs.

Seit Tagen war in der Hansestadt über eine Ablösung des ehemaligen Nationalspielers spekuliert worden. Im Zuge der wochenlangen Hängepartie bezüglich einer Bundesliga-Lizenz für den finanziell angeschlagenen Klub war es zwischen Schwalb auf der einen und den Brüdern Andreas und Matthias Rudolph auf der anderen Seite zu einem tiefgreifenden Zerwürfnis gekommen.

Mäzen und Ex-Präsident Andreas Rudolph, der in der vergangenen Woche in letzter Minute per Patronatserklärung über 4,5 Millionen Euro den Bundesliga-Spielbetrieb des HSV sicherte, hatte dafür die Trennung von Schwalb zur Bedingung gemacht. Für die Umsetzung dieser Personalie ist sein Bruder Matthias, Hauptgesellschafter des ehemaligen deutschen Meisters, zuständig.

Dem umstrittenen Brüderpaar fällt nun auch die Aufgabe zu, bis zum Trainingsstart am 21. Juli einen Nachfolger für Schwalb zu finden. Seit 2005 hatte der Erfolgstrainer den HSV nicht nur zum Triumph in der Königsklasse und zur ersten deutschen Meisterschaft geführt, mit ihm feierten die Norddeutschen auch zweimal den Gewinn des DHB-Pokals und holten den Europapokal der Pokalsieger.

Zuletzt wurde der einstige Rückraumspieler auch als Nachfolger des glücklosen Bundestrainers Martin Heuberger immer wieder ins Gespräch gebracht. Wegen der Vorbehalte von Bob Hanning, Vize-Präsident des Deutschen Handballbundes (DHB) und Vorgänger von Schwalb als HSV-Coach, gilt dieser Wechsel allerdings als eher unwahrscheinlich.

In der Bestürzung über den Gesundheitszustand von Schwalb gingen weitere personelle Umwälzungen bei den Hamburgern am Freitag fast unter. Geschäftsführer Liekefett und Interims-Präsident Frank Spillner traten von ihren Ämtern zurück, bereits am Mittwoch hatten der Aufsichtsratsvorsitzende Wolfgang Fauter und Maximilian Huber, Mitglied des Kontrollgremiums, ihren Rückzug angekündigt.

Auf einer Außerordentlichen Mitgliederversammlung in den nächsten Wochen soll eine neue Führungsspitze installiert werden. Bis dahin bleibt Liekefett kommissarisch im Amt, seinen für die Zeit beschlossenen Rückzug begründete er mit einer akuten schweren Erkrankung seines Vaters.

SID

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