Finalsieg gegen Alba Berlin

Bayern-Baskets holen Meisterschaft 

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Vater des Erfolgs: Trainer Svetislav Pesic, der von seinen Spielern bejubelt wird.

München: Es ist vollbracht: Die Basketballer des FC Bayern sind Meister in der BBL. Gestützt auf einer überragenden Defensive erlegten die Münchner den "gelben Löwen" Alba Berlin und feierte den Titel.

Schon kurz vor Schluss hüpften Trainer Svetislav Pesic und seine Bayern an der Seitenauslinie vor Freude auf und ab. Und als die Sirene den Bundesliga-Triumph perfekt machte, fielen sich die Münchner unter den Pfiffen der Berliner Fans in die Arme: Der FC Bayern hat vier Jahre nach der großspurig zelebrierten Rückkehr in die Bundesliga den deutschen Basketball-Thron erobert. Die Münchner feierten am Mittwochabend ein 75:62 (33:30) bei ALBA Berlin - um 21.34 Uhr reckte Kapitän Steffen Hamann den Silberpokal in die Höhe.

„Da sind einfach nur noch Glücksgefühle“, sagte Heiko Schaffartzik, der an seinem früheren Wirkungsort am meisten angefeindet wurde, mit seinen entscheidenden Dreiern in der zweiten Hälfte aber den Grundstein zum ersten Münchner Meistertitel seit 59 Jahren legte. „Wenn man sieht, mit welchem Hass hier die Fans mir und auch Trainer Pesic begegnen, der diesen Verein aufgebaut und zu dem gemacht hat, was er ist, dann ist da schon eine Genugtuung dabei“, sagte Schaffartzik. Als der Nationalspieler in der Schlussminute vom Feld genommen wurde, verbeugte er sich provozierend vor dem pfeifenden Berliner Publikum.

Bilder zum Sieg des FC Bayern im vierten Spiel in Berlin finden Sie hier.

Mit 3:1 entschied das Pesic-Team die Best-of-Five-Serie für sich und vermied einen Alles-oder-Nichts-Showdown im Spiel fünf. Vor 13 434 Zuschauern blieben die Münchner in den entscheidenden Momenten cool. „Ich bin wirklich stolz auf meine Mannschaft. Das klingt altmodisch, aber wir haben heute eines der besten Auswärtsspiele dieser Saison gezeigt“, sagte Pesic im TV-Sender Sport1.

Bester Werfer bei den Gästen, die die Brose Baskets Bamberg nach deren vier Meistertiteln als Champion ablösten, war Deon Thompson mit 18 Zählern. Zum „Wertvollsten Spieler“ (MVP) der Playoffs wurde Malcolm Delaney gewählt, der in der spannenden Final-Serie vor allem für die ersten zwei Siege der Süddeutschen verantwortlich zeichnete.

Den Berlinern reichten am Mittwoch 21 Punkte von Leon Radosevic nicht, sie müssen weiter auf ihren neunten Liga-Erfolg warten. „Wir waren gut in der Defensive, aber in der Offensive nicht gut genug. Im vierten Viertel haben wir zu viele Offensiv-Rebounds und offene Würfe abgegeben“, sagte Berlins Jan-Hendrik Jagla. Er lobte aber auch: „Wir haben das ganze Jahr über super gekämpft, und das mit Herz und Leidenschaft.“

Nach den verbalen Keilereien zu Wochenbeginn zitterten einigen Spielern die Hände, auffallend viele Fehlwürfe prägten das Spiel. Bei den Hausherren überzeugte nur Radosevic, der immer wieder für mächtig Lärm auf den Rängen sorgte. Nur Schaffartzik trieb den Geräuschpegel ähnlich in die Höhe - allerdings waren es bei ihm Pfeifkonzerte, die den ehemaligen „Albatros“ bei den Aktionen begleiteten.

Die Euphorie auf den Rängen ebbte im Lauf der ersten Hälfte immer mehr ab, was an der anhaltend schwachen Wurfquote des Heimteams lag, bei dem die Leistungsträger Reggie Redding, David Logan und Vojdan Stojanovski enttäuschten. Die Konsequenz: Bayern zog vorbei. Der bislang in den Finals überragende Delaney brauchte in Spiel vier seine ganze Klasse gar nicht zu zeigen.

Nach dem Seitenwechsel wurde es immer ruhiger in der Halle, zu hören waren phasenweise nur die etwa 400 mitgereisten Bayern-Anhänger. ALBA-Manager Marco Baldi kaute mit versteinerter Miene auf einem Kaugummi herum, Coach Sasa Obradovic hob verzweifelt die Hände, als die Münchner zu Beginn des dritten Viertels mit neun Punkten vorne lagen.

Aber wie schon so oft in diesem Duell der beiden Liga-Größen, das als „Traumfinale“ verkauft worden war, drehte sich das Match. Mit einem Zehn-Punkte-Lauf gingen die „Albatrosse“ in Front, die Arena kochte. Aber das war nur ein Strohfeuer, die Bayern hatten eine Antwort parat: einen 7:2-Run und das 53:48 nach drei Vierteln. Im Finish ging den Gastgebern zunehmend die Luft aus, viereinhalb Minuten vor Schluss konnte Thompson sogar einen brachialen Dunk auspacken. Der Rest war nur noch euphorischer Jubel in Rot und Weiß.

dpa

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