Nach Verstößen bei Verpflichtungen von Minderjährigen

Transferverbot - Barcelona zieht vor CAS

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Luis Suarez könnte einer der letzten Transfers des FC Barcelona bis zur Winterpause der Saison 2015/2016 gewesen sein.

Zürich - Die FIFA hat den Einspruch des FC Barcelona gegen das Transferverbot abgewiesen. Damit darf der Club von Marc-André ter Stegen in den kommenden beiden Wechselperioden keine Spieler verpflichten. Barça wird wohl vor den CAS ziehen.

Die Berufungskommission der FIFA wies nun die Einsprüche von Verein und spanischem Verband RFEF ab. Das Verbot gilt damit erstmals in der kommenden Wechselperiode Anfang 2015, weil die FIFA der Berufung des Vereins aufschiebende Wirkung gewährte.

Dadurch konnte Barça in diesem Sommer noch für insgesamt 143 Millionen Euro den deutschen Nationaltorwart Marc-André ter Stegen, den chilenischen Keeper Claudio Bravo, den früheren Schalker Ivan Rakitic, den nach seinem WM-Beißskandal noch gesperrten uruguayischen Starstürmer Luis Suárez und Abwehrmann Jérémy Mathieu verpflichten. Bis Anfang September könnte der Club seinen Luxuskader noch weiter veredeln, dann sind ein Jahr lang keine Neuverpflichtungen erlaubt.

Barcelona will vor den Internationalen Sportgerichtshof CAS ziehen

Am Mittwoch teilte der spanische Verein mit, dass man das vom Fußball-Weltverband FIFA verhängte Transferverbot vor dem Internationalen Sportgerichtshof CAS in Lausanne anfechten wolle. Man sei mit der Strafe, die für die beiden nächsten Wechselperioden gilt, „überhaupt nicht einverstanden".

Zur Rechtfertigung des Protests vor dem CAS betonte Barcelona in einem Kommuniqué, das Ausbildungszentrum des Vereins („La Masía“) sei „ein Vorbild an akademischer, menschlicher und sportlicher Ausbildung“. Die von der FIFA beschlossene Strafe „verletzt deshalb den Geist von La Masía“, heißt es.

Auch der spanische Verband ist betroffen

Die FIFA forderte zudem den spanischen Verband auf, „innerhalb eines Jahres sein Regelwerk und das bestehende System bezüglich der internationalen Transfers von Minderjährigen im Fußball“ zu „legalisieren“, wie es in einer schriftlichen Mitteilung hieß. Der RFEF wurde zu einer Geldstrafe von 500 000 Schweizer Franken verurteilt, der FC Barcelona zu 450 000 Schweizer Franken.

Das Urteil hatte vor viereinhalb Monaten für viel Aufsehen gesorgt. Die FIFA wirft Barcelona Verstöße gegen Artikel 19 des „Reglements bezüglich Status und Transfer von Spielern“ vor. Der Strafe gingen Untersuchungen der FIFA Transfer Matching System GmbH und der FIFA-Disziplinarkommission voraus.

Barça hatte zuvor die Verpflichtung des 17 Jahre alten Kroaten Alen Halilovic von Dinamo Zagreb bekanntgegeben. Für Debatten sorgte auch der Transfer eines 16 Jahre alten Südkoreaners nach Spanien. Die Ermittlungen betrafen mehrere minderjährige Spieler, die zwischen 2009 und 2013 für Barcelona spielten. Insgesamt soll es sich um die unerlaubten Transfers von zehn Spielern handeln.

Am vergangenen Donnerstag hatte der CAS bereits in einem anderen Fall eine vorausgegangene FIFA-Sanktion weitgehend bestätigt und den Einspruch gegen die viermonatige Sperre für Suárez abgewiesen.

dpa

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