Deutsches Damen-Debakel abgewendet

Görges in Paris im Achtelfinale, Petko raus

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Andrea Petkovic ist bei den French Open in der dritten Runde ausgeschieden.

Paris - Julia Görges hat bei den French Open als einzige deutsche Tennisspielerin das Achtelfinale erreicht. Zuvor war auch Andrea Petkovic ausgeschieden.

Julia Görges hat das Drittrunden-Debakel der deutschen Tennis-Damen in Paris abgewendet und ist erstmals ins Achtelfinale der French Open eingezogen. Andrea Petkovic verlor dagegen geplagt von Oberschenkelproblemen zuerst die Beherrschung und dann das Match gegen die Italienerin Sara Errani - Görges' nächster Gegnerin am Montag.

Die Weltranglisten-72. aus Bad Oldesloe ist nach dem 6:4, 6:1 gegen Irina Falconi aus den USA erneut die einzige Deutsche unter den besten 16 Spielerinnen bei einem Grand Slam. Schon bei den Australian Open in Melbourne zu Jahresbeginn war Görges weitergekommen als ihre hochgehandelten Kolleginnen Angelique Kerber, Sabine Lisicki und Petkovic.

Die Halbfinalistin des Vorjahres ärgerte sich über das verpasste deutsche Duell im Achtelfinale, das sie selbst angeschlagen gegen die schwache Errani hätte perfekt machen können. „Ich habe das Gefühl, dass ich heute mental nicht mehr genug Energie aufbringen konnte“, sagte Petkovic nach dem 3:6, 3:6.

Nicht einmal der vulgäre Wutausbruch zu Beginn des zweiten Satzes, der nicht für Kinderohren geeignet war, brachte die Wende. Zuvor hatte Petkovic schon ihren Schläger zertrümmert. „Das ist jetzt eine Mischung aus Enttäuschung und Erleichterung. Das war schon die ganze Woche ein Eiertanz, so macht es keinen Spaß, Tennis zu spielen und ist eigentlich auch sinnlos“, sagte die Darmstädterin.

Nach dem schwer erkämpften Zweitrundensieg über die Spanierin Lourdes Dominguez Lino war ihre Oberschenkelzerrung, die sie beim Turnier in Nürnberg erlitten hatte, schlimmer geworden; was Petkovic allerdings nicht davon abhielt, mit Fed-Cup-Kollegin Sabine Lisicki im Doppel anzutreten.

Natürlich könne man über diese Entscheidung diskutieren, sagte Petkovic, kam letztlich jedoch zu dem Schluss, es immer wieder genauso machen zu wollen.

Die Drittrundenpleite der deutschen Damen - Görges ausgenommen - führte Petkovic auf die Dichte der Weltspitze zurück. „Heute ist es auch für die Gesetzten nicht mehr so einfach wie früher“, sagte sie. Bereits am Freitag waren Kerber, Lisicki und Annika Beck gescheitert, vor allem Mitfavoritin Kerber war ihrer Gegnerin, Garbine Muguruza aus Spanien spielerisch erschreckend deutlich unterlegen.

Was die vier Deutschen außer ihren Niederlagen noch gemeinsam hatten? Alle blickten positiv zurück, versuchten, Paris nicht im Groll zu verlassen. Petkovic war froh, am Bois de Boulogne überhaupt in die dritte Runde eingezogen zu sein. „Vor einer Woche hätte ich nicht einmal gedacht, dass ich hier antreten kann“, sagte sie.

Jetzt brauche sie eine ausgedehnte Pause, um sich völlig auszukurieren. „Mindestens eine Woche lang“, meinte Petkovic, damit sie sich bald wieder auf das Match konzentrieren könne, und nicht auf „1000 Dinge, die mir im Kopf rumschwirren“.

Das Rasenturnier in 's-Hertogenbosch hat sie bereits abgesagt: „Das wäre zu riskant.“ In Birmingham und Eastbourne wolle sie sich dann auf Wimbledon vorbereiten und dort die Punkte aufholen, die sie in der Sandplatzsaison verloren hat.

dpa/sid

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