Schwimm-EM in Berlin

Erneutes Gold für Hausding - Bronze für Glania

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Setzten ihre beeindruckende Siegesserie fort. Die deutschen Springer Patrick Hausding und Sascha Klein.

Berlin - Patrick Hausding und Sascha Klein haben ihre herausragende Bilanz bei Schwimm-Europameisterschaften mit dem siebten Titel nacheinander weiter verbessert. Jan-Philip Glania holt die erste Medaille für das deutsche Beckenteam.

Die Weltmeister Patrick Hausding und Sascha Klein gewannen am Mittwoch in Berlin mit 461,46 Punkten vor den Weißrussen Wadim Kaptur und Jauheni Karaliou und den Ukrainern Alexander Bondar und Maxim Dolgow.

„Wir haben eine super Stimmung in der Mannschaft, es läuft rund“, schwärmte Wassersprung-Bundestrainer Lutz Buschkow. Auf seine Goldjungs, die insgesamt zum zehnten Mal bei einer EM ganz oben auf dem Podest standen, war wie erwartet Verlass. Etwas mehr bangen musste Buschkow beim spannenden Finale der Damen vom Ein-Meter-Brett. Zwischen Platz eins und vier lagen am Ende nur 3,8 Punkte, aber die 19-jährige Punzel hatte eindrucksvoll die Nerven behalten.

„Ich bin total glücklich über die Medaille, es war supereng und hätte auch anders ausgehen können“, sagte die strahlende Punzel, der schon vor dem letzten Sprung ein Lächeln über das Gesicht gehuscht war. „Es hat superviel Spaß gemacht.“ Der Titel ging an Dauer-Europameisterin Tania Cagnotto, die ihre 20. Medaille bei einer EM gewann. Silber bejubelte die Russin Kristina Ilinich.

Weniger spannend, aber dafür lautstark in der Halle bejubelt, war der Wettkampf von Hausding/Klein. Die Weltmeister übernahmen sofort die Führung, in den ersten beiden der insgesamt sechs Durchgänge wurde für die Synchronität der beiden sogar je einmal die Höchstnote zehn vergeben. Runde um Runde boten die Routiniers Sprünge der besonderen Klasse und wurden wie stets seit Eindhoven 2008 wieder mit dem EM-Titel belohnt.

Für Hausding bedeutete es nach Gold vom Ein-Meter-Brett am Vortag den zweiten Titel der Wettkämpfe in seiner Geburtsstadt. Klein hatte zum Auftakt zusammen mit Punzel Team-Bronze gewonnen.

Erste Medaille für deutsches Beckenteam

Das deutsche Beckenteam konnte bereits am Dienstag mit der Bronzemedaille von Jan-Philip Glania über 100 m Rücken die erste Medaille feiern. Der gebürtige Fuldaer gewann nicht nur die erste Medaille für das deutsche Schwimm-Team im Berliner Velodrom, er belohnte sich auch für sein Abenteuer Amerika. Im Februar war der 25-Jährige in die große Schwimmwelt ausgezogen, um seiner ins Stocken geratenen Karriere neuen Schwung zu geben.

Glania schob sich auf den letzten Metern an dem lange führenden Christian Diener noch vorbei und schnappte sich in 54,15 Sekunden acht Hundertstelsekunden vor dem Teamkollegen Platz drei. „Superglücklich, superstolz“, war der Student der Zahnmedizin nach seiner ersten internationalen Medaille. „Alle sind motiviert. Das wird vielleicht noch mal einen Schub geben.“ Mit dem Titel wurde der Brite Christoph Walker-Hebborn in 53,32 Sekunden belohnt.

Mixed Staffel verpasst knapp Bronze

Bei seiner packenden Aufholjagd zum Ende der Mixed-Staffel über 4 x 100 Meter fehlte Schlussschwimmer Steffen Deibler nicht viel auf Bronze. Der Kurzbahn-Weltrekordler und der ebenfalls starke Marco Koch konnten den Rückstand von Jenny Mensing und Alexandra Wenk beim Sieg von Großbritannien nicht mehr aufholen.

„Medaillen sind wichtig“, erklärte Chef-Bundestrainer Henning Lambertz, von dessen „vier ganz guten Chancen“ nur eine genutzt wurde. Immerhin ist die Stimmung im Team im Gegensatz zu vorangegangenen Meisterschaften weiter positiv. „Es macht im Moment richtig Spaß, hier zu schwimmen“, konstatierte Lambertz. Im Velodrom sind sechs bis acht Plaketten das deutsche Ziel.

Neue Chancen gibt es gleich am Mittwoch durch Biedermann, Markus Deibler und Heintz. Aussichtsreichster Anwärter ist der Weltrekordler. „Ich hoffe noch mal eine gute Leistung zu bringen“, sagte Biedermann. Am Tag nach seinem Vorlauf-Aus über 400 Meter Freistil blieb eine Kampfansage des in der EM-Vorbereitung kranken Top-Schwimmers für seine zweite Medaillenmöglichkeit trotz der besten Zeit im Semifinale wie gewohnt aus. „Ich würde morgen alle auf der Rechnung haben, und dann einfach mal schauen was ich so kann“, sagte Biedermann. Er hat auch Olympiasieger und Weltmeister Yannick Agnel auf der Rechnung.

Weitere Ergebnisse der Schwimm-EM im Überblick

  • Lisa Graf verpasste über 200 Meter Rücken beim Titelgewinn der Spanierin Duane Da Rocha Marcé (2:09,37) als Vierte eine überraschende Bronzemedaille. „Ich hab's auf der dritten Bahn etwas verbummelt, aber der vierte Platz ist super“, sagte die 21-jährige Berlinerin. Die höher eingeschätzte Teamkollegin Mensing wurde Siebte.
  • Der WM-Zweite Marco Koch ist bei den Schwimm-Europameisterschaften souverän in das Halbfinale über 200 Meter Brust eingezogen. Koch schlug am Mittwoch in Berlin nach 2:09,11 Minuten als Schnellster aller Vorläufe an. Die Medaillen über diese Strecke werden am Donnerstagabend vergeben. „Ich wollte auf jeden Fall auf Nummer sicher gehen. Das war ganz gut für heute Morgen“, sagte Koch.

dpa/SID

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