Nach WM-Triumph der DFB-Kicker

Kaymer will sein eigenes Sommermärchen erleben

Martin Kaymer Deutschland Flagge
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Martin Kaymer will bei der 143. British Open voll angreifen.

Hoylake/Frankfurt - Golfstar Martin Kaymer will bei der 143. British Open um die vorderen Plätze mitspielen und spürt große Motivation und Vorfreude.

Den historischen Triumph der DFB-Elf feierte Martin Kaymer im Deutschland-Trikot noch als Fan vor dem Fernseher, ab sofort will Deutschlands Golfstar sein eigenes Sommermärchen schreiben. „Ich komme mit einer hohen Motivation, guten Ergebnissen und viel Vorfreude“, sagte Kaymer dem SID vor dem Beginn der 143. British Open am Donnerstag im englischen Hoylake: „Ich bin gespannt auf die Woche. Die Open ist ein großes Karriereziel von mir.“

Der 29-Jährige ist in diesen Tagen sichtlich tiefenentspannt. Das liegt vielleicht auch ein bisschen am WM-Sieg der deutschen Kicker, vor allem aber am wiedererlangten Selbstvertrauen. Nach Jahren des Grübelns und Experimentierens scheint Kaymer endlich sein Erfolgsrezept gefunden zu haben. „Laufen lassen und Golf genießen“ - so oder ähnlich könnte die aktuelle Spielweise des Martin Kaymer 2.0 beschrieben werden.

Die nackten Zahlen jedenfalls sprechen in dieser Saison für ihn: Zwei Erfolge bei großen Turnieren, dazu einmal Achter, Weltranglistenplatz zwölf. Kaymer ist mittlerweile wieder einer, den es zu schlagen gilt. „Auch wenn ich die US Open gewonnen habe, fühle ich mich nicht gleich als Gejagter“, sagte der ehemalige Branchenprimus mit einer gehörigen Portion Understatement. Fakt ist jedoch: Wenn die Kollegen auf der Tour nach dem Sieganwärter Nummer eins gefragt werden, fällt mittlerweile immer häufiger der Name Kaymer.

Und auch in Hoylake, einem Vorort von Liverpool an der Küste der Irischen See, sollte man den gebürtigen Rheinländer auf dem Zettel haben. „Grundsätzlich komme ich mit dieser Art von Golfplätzen gut klar“, sagt er.

„Diese Art“, das sind die auch für das älteste noch ausgespielte Golfturnier der Welt typischen Links-Plätze. Wechselnde Winde, enge Fairways und tiefe Roughs kennzeichnen den Kurs des Royal Liverpool Golf Club. „Ebenso heikel wie prachtvoll“ bezeichnete Autor Michael J. Fay die Anlage einmal, und US-Superstar Tiger Woods schrieb nach seinem Erfolg 2006: „Hier spielt man Golf, wie es ursprünglich gedacht war.“

Kaymer weiß das, Kaymer kann das. Die Bahnen offenbaren ganz offensichtlich Parallelen zu jenen im amerikanischen Pinehurst, wo er Anfang Juni als erster Deutscher überhaupt die US Open gewann. Schlussfolgerungen auf eine vordere Platzierung in Hoylake seien zwar „sehr spekulativ“, Kaymer aber fühlt sich nach intensivem Training „gut vorbereitet“.

Überhaupt läuft für den eingefleischten Fan des 1. FC Köln derzeit so einiges nach Plan. Bereits nach seinem Erfolg bei der Players Championship im Mai hatte er mit dem europäischen Ryder-Cup-Kapitän Paul McGinley „bei einem Bier“ ein „nettes Gespräch“ geführt. Kaymer glaubt, „dass die Aussichten für eine Nominierung aktuell sehr gut“ sind.

Sollte am Sonntagabend dann tatsächlich sein ganz persönliches Sommermärchen Wirklichkeit geworden sein, stünde dem Fernziel Ryder Cup nichts mehr im Weg. „Dafür muss ich aber erst einmal drei Tage sehr gutes Golf spielen“, sagt Kaymer. Er kann es.

SID

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