Tennis Herren

Haas rettet Bilanz in Wimbledon - Kohlschreiber raus

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Tommy Haas am Montag in Wimbledon.

London - Oldie Tommy Haas rettet die dürftige Bilanz in Wimbledon. Philipp Kohlschreiber ist chancenlos gegen Novak Djokovic.

Tommy Haas ist mit 37 Jahren und 87 Tagen beim Tennis-Turnier Wimbledon 2015 erfolgreich auf die Grand-Slam-Bühne zurückgekehrt und hat damit die dürftige deutsche Bilanz am ersten Tag des ältesten Tennisturniers der Welt gerettet. Haas bezwang in Runde eins auf dem Heiligen Rasen des All England Club den Serben Dusan Lajovic 6:2, 6:3, 4:6, 6:2. Ausgeschieden sind dagegen Philipp Kohlschreiber, Florian Mayer und Jan-Lennard Struff.

Kohlschreiber war bei der offiziellen Eröffnung des Turniers gegen Titelverteidiger und Top-Favorit Novak Djokovic chancenlos, nach 2:03 Stunden unterlag der Augsburger 4:6, 4:6, 4:6. Auch sein langjähriger Davis-Cup-Kollege Mayer (Bayreuth) schied gegen Juan Monaco aus Argentinien ohne Satzgewinn aus, Struff (Warstein) lieferte Bernard Tomic (Australien/Nr. 27) immerhin eine spannende Partie über fünf Sätze.

„Ich habe ein gutes Match gespielt, es war aber nicht gut genug, um ihn zu schlagen“, sagte Kohlschreiber nach seiner siebten Niederlage gegen Becker-Schützling Djokovic. Das Erlebnis vor 15. 000 Zuschauern auf dem Centre Court wird er dennoch nicht so schnell vergessen: „Das kann man nur als geil bezeichnen. Tolle Atmosphäre, tolles Wetter: Was kann es Schöneres geben? Außer noch, als Sieger vom Platz zu gehen.“

Das gelang Routinier Tommy Haas, einmal mehr der älteste Spieler im Feld, auf Platz 8 der Anlage an der Church Road. Seine viermal operierte Schulter bereitete ihm zwar auch gegen Lajovic Probleme, vor allem der Aufschlag ist kaum konkurrenzfähig, doch taktisch und technisch ist Haas noch immer eine Klasse besser als der durchschnittliche Profispieler. Die Kombination aus Aufschlag und Volley erinnerte an bessere Zeiten des deutschen Rasentennis.

Ob Haas bei seinem ersten Grand-Slam-Turnier seit mehr als einem Jahr über die zweite Runde hinauskommt, erscheint äußerst fraglich. Mit müder Schulter muss er nun gegen den letztjährigen Halbfinalisten Milos Raonic aus Kanada antreten. 30 Jahre nachdem Boris Becker das Traditionsturnier im Londoner Südwesten zu seinem Wohnzimmer gemacht hat, sind die Aussichten seiner Erben trist. Daran ändert auch Haas' Rückkehr nichts.

Für Kohlschreiber führte in Wimbledon sowieso kein Weg an Djokovic vorbei, der Serbe spiele „wie eine Ballmaschine“, lobte er den Branchenführer, der nach der bitteren Niederlage im Finale der French Open eine wochenlange Pause eingelegt hatte: „Er hält seinen Schläger hin und der Ball kommt mit einem Affenzahn zurück. Er spielt brutal solide und ist einfach der bessere Spieler.“

Die deutschen Hoffnungen auf einen Überraschungserfolg in der Kathedrale des Tennis ruhen schon seit Jahren ohnehin auf den Frauen - Angelique Kerber und Sabine Lisicki greifen erst am Dienstag ins Geschehen ein. Als erste von zehn Spielerinnen zog Anna-Lena Friedsam in die zweite Runde ein. Die 21-Jährige aus Neuwied bezwang die Russin Witalja Diatschenko 3:6, 6:3, 7:5. Ausgeschieden ist dagegen Annika Beck (Bonn).

Wer in diesem Jahr in Wimbledon triumphieren will, muss allerdings am alles überragenden Superstar Serena Williams vorbei. Die 20-malige Grand-Slam-Siegerin aus den USA ist auf dem Weg, das vierte Major nacheinander zu gewinnen, die Autakthürde zum sogenannten „Serena Slam“ nahm Williams mit 6:4, 6:1 gegen die Russin Margarita Gasparjan.

sid

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