Deutsche Meisterschaften

Hambüchen auf Rekordjagd - Schock für Berger

+
Janine Berger.

Stuttgart - Fabian Hambüchen hat am Wochenende seine Jagd auf den Titelrekord von Eberhard Gienger fortgesetzt. Für einen Schock sorgte die schwere Knieverletzung von Janine Berger.

Fabian Hambüchen hat seine Rekordjagd bei deutschen Meisterschaften fortgesetzt. Einen Tag nach seinem achten Mehrkampf-Titel war der Turnstar am Sonntag in Stuttgart auch am Boden nicht zu schlagen. Der Olympia-Zweite erhöhte mit seinem souveränen Sieg gleich in der ersten Finalveranstaltung sein Titel-Konto auf 33. Altmeister Eberhard Gienger hat jetzt nur noch einen Einzel-Titel mehr in seiner Bilanz stehen. Überschattet wurde der Finaltag von einer schweren Knieverletzung von WM-Medaillenhoffnung Janine Berger. Es besteht Verdacht auf Kreuzbandriss.

Für Hambüchen lief es dagegen rund. Der 26-Jährige machte im Bodenfinale genau dort weiter, wo er tags zuvor aufgehört hatte. Er siegte. Für seine auch internationalen Ansprüchen genügende Übung bekam er 15,425 Punkte. „Es lief perfekt“, meinte er. Keiner der Konkurrenten war dem Wetzlarer bei seinem siebten nationalen Boden-Sieg auch nur annähernd gewachsen. An den Ringen musste sich der Hesse nur Marcel Nguyen beugen, der zum vierten Mal in Serie siegte.

In einem fast fehlerfreien Sechskampf hatte Hambüchen am Samstag mit 88,80 Punkten bei einem riesigen Vorsprung von 4,60 Zählern auf Andreas Toba aus Hannover als erster deutscher Turner den achten Mehrkampf-Erfolg verbucht. Doch er registrierte das ohne große Euphorie: „Wenn der Hallensprecher das nicht 20mal angesagt hätte, wäre mir das gar nicht bewusst gewesen“, betonte Hambüchen mit einem Schmunzeln.

Eberhard Gienger reagierte unterdessen gelassen auf die Tatsache, dass Hambüchen jetzt einen Mehrkampf-Titel mehr gewonnen hat. „Ich gratuliere Fabian und freue mich für ihn. Es ist schön, wenn wir so gute Turner haben. Ich kann damit leben“, sagte der 63 Jahre alte Bundestagsabgeordnete, der die Titelkämpfe aus der Ferne verfolgte, am Sonntag der Nachrichtenagentur dpa.

Mit dem überzeugenden Allround-Auftritt hat Hambüchen wie wohl auch seine direkten Verfolger Toba und Neuling Lukas Dauser (Unterhaching) das Ticket für die Weltmeisterschaften vom 3. bis 12. Oktober im chinesischen Nanning sicher. Zumindest im Mehrkampf und am Reck gilt Hambüchen dort zehn Jahre nach dem Beginn seiner Erfolgskarriere in Athen erneut als Medaillen-Bank. Für die spektakuläre Übung an seinem Paradegerät Reck hatte er mit 15,75 Punkten die Tageshöchstwertung erhalten. „An Fabian kann keiner vorbei“, gab Cheftrainer Andreas Hirsch danach seine erste WM-Nominierung bekannt.

Marcel Nguyen wies mit Blick auf die WM leicht ansteigende Form nach, patzte aber am Sprung, Boden und Reck. Das reichte am Ende nur zu Mehrkampf-Platz fünf. „Das war natürlich nicht das, was ich mir vorgestellt habe“, sagte der Olympia-Zweite leicht enttäuscht. Sein Schulterzucken beim Winkens ins Publikum sprach Bände.

Großes Bedrücken herrschte am Sonntag in der Scharrena nach dem schweren Sturz von Janine Berger. Kreidebleich nahm Cheftrainerin Ulla Koch zur Kenntnis, wie sich die Ulmerin im Sprung-Finale unglücklich das linke Knie verdrehte und vor Schmerzen schrie. Erst eine Kerspin-Untersuchung im Krankenhaus wird Gewissheit bringen, doch sollte sich der Verdacht auf Kreuzbandriss bewahrheiten, droht eine mehr als sechsmonatige Pause. WM-Hoffnungen weckte Kim Bui mit dem Gewinn ihres zweiten Mehrkampf-Titels nach 2009 und der persönlichen Rekordpunktzahl 56,55.

dpa

auch interessant

Meistgelesen

Olympia bei Eurosport: Müssen wir jetzt zahlen?
Olympia bei Eurosport: Müssen wir jetzt zahlen?
Boxen: So sehen Sie Feigenbutz gegen Keta heute live im TV und im Live-Stream
Boxen: So sehen Sie Feigenbutz gegen Keta heute live im TV und im Live-Stream
Sky Sport News HD im Free-TV: Das müssen Sie wissen
Sky Sport News HD im Free-TV: Das müssen Sie wissen
Bericht: Massenweise Medikament-Ausnahmegenehmigungen vor Rio 2016
Bericht: Massenweise Medikament-Ausnahmegenehmigungen vor Rio 2016

Kommentare