Bewerbung um die Sommerspiele 2024

Hamburg und DOSB unterzeichnen Olympia-Bewerbung

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Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz (SPD, l) und DOSB-Präsident Alfons Hörmann lassen mit ihrer Unterschrift den Traum von Olympia weiterleben.

Hamburg - Hamburgs Olympia-Traum bekommt einen offiziellen Charakter. Die Stadt und der DOSB unterzeichneten die Bewerbung. Eine Hürde muss aber noch genommen werden.

Update vom 21. September 2015: Während Deutschland bei den Olympischen Spielen 2024 mitmischen will, müssen die Athleten im kommenden Jahr erst mal nach Rio de Janeiro fliegen. Auch die deutsche U21-Fußball-Nationalmannschaft hat sich für Olympia 2016 qualifiziert - hier gibt es schon jetzt alle Infos.

Deutschland macht ernst: Der Olympische Sportbund (DOSB) hat seine Bewerbung um die Sommerspiele 2024 in Hamburg zum Internationlen Olympischen Komitee (IOC) geschickt. „Das ist eine deutsche Bewerbung“, sagte Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz am Mittwoch bei der Unterzeichnung des Briefes. „Wir sind diejenigen, die die Fackel tragen sollen, aber es ist ein Fest für ganz Deutschland.“ Zweiter Unterzeichner war DOSB-Präsident Alfons Hörmann. „Wir laden die internationale Sportfamilie ein, unser erkennbar bunter und vielfältiger werdendes Land kennenzulernen“, sagte er. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) in Lausanne vergibt die Spiele im Sommer 2017.

Der Brief zum IOC wurde unmittelbar nach der Unterzeichnung von der deutschen Athletensprecherin Claudia Bokel in einem auf dem Hafen-Bürogebäude Dockland installierten Briefkasten geworfen. Zuvor trug eine Staffel aus sieben aktiven und ehemaligen Sportlern, darunter Hockey-Olympiasieger Moritz Fürste und Paralympics-Teilnehmerin Stephanie Grebe, den Brief 134 Stufen hoch zum Einwurf.

Die letzte Entscheidung ist noch nicht gefallen

„Das ist ein bewegender Moment“, sagte Bürgermeister Scholz. „Gerade jetzt, da wir sehen, wie viele Menschen nach Deutschland kommen, sind die Olympischen Spiele ein Zeichen, das in die gleiche Richtung zeigt.“ Deutschland sei ein Hort für Demokratie und Weltoffenheit, so Scholz.

Die Bewerbung muss allerdings die entscheidende Hürde erst noch nehmen. Die Hamburger Bevölkerung stimmt in einem Referendum am 29. November darüber ab, ob ihre Stadt die Spiele ausrichten soll. Gleichzeitig stimmen die Kieler über die Segelwettbewerbe auf der Förde ab. „Ich bin mir sehr sicher , dass es eine große Mehrheit geben wird“, sagte Scholz. Aktuelle Umfragewerte liegen aber nicht vor.

Auch die Bundesregierung unterstützt Hamburg. „Wir wollen, dass es diesmal klappt“, hatte unlängst Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) bekundet. In der jüngeren Vergangenheit waren Berlin und Leipzig bei der Wahl für Sommerspiele gescheitert, und München als Winter-Bewerber wurde durch eine Volksbefragung gestoppt.

Neuartiges Konzept

Hamburgs Konzept ist im Vergleich zu vorherigen Wettkämpfen neuartig. Spiele im Herzen der Stadt mit dem Olympiastadion auf einer Elbinsel verleihen den Plänen einen besonderen Reiz. 90 Prozent der Sportstätten sollen nicht weiter als zehn Kilometer um das olympische Zentrum auf der Insel Kleiner Grasbrook entfernt sein. Dort entsteht auch das olympische Dorf. Zahlreiche Sportstätten sind zu Fuß zu erreichen.

„Es können Spiele der Entschleunigung werden“, sagte Hörmann. 23 Wettkampfstätten sind bereits vorhanden, müssen aber modernisiert und ausgebaut werden. Fünf Anlagen sollen neu errichtet werden. Der Bürgermeister kündigte sehr seriöse Aussagen über die Kosten noch vor dem Volksentscheid an.

Hamburg setzt auf Kompaktheit, Bescheidenheit, überschaubare Kosten und Nachhaltigkeit und passt sich damit in die neue Ausrichtung des IOC ein, die eine Ende des Gigantismus bei Olympia fordert. Gerade daraus ziehen Stadt und DOSB die Hoffnung, dass sich die mit rund 1,8 Millionen Einwohnern neben Konkurrent Budapest kleinste Kandidatenstadt gegen die Weltmetropolen Los Angeles, Paris und Rom behaupten kann und sogar einen Vorteil hat.

In Hamburg soll nach dem Bekunden der Planer nichts gebaut werden, was später nicht auch genutzt wird. So wird aus dem Olympischen Dorf ein Quartier mit mehr als 3000 Wohnungen, aus der Schwimmhalle ein Spaßbad, aus der Olympia-Halle ein Kreuzfahrtterminal. Das 70 000 Zuschauer fassende Olympiastadion wird in eine kleinere Leichtathletik- und Football-Arena für 20 000 Besucher umgewandelt.

Die Bewerbung soll maximal 50 Millionen Euro kosten. Davon steuert der Bund vorerst zehn Millionen Euro bei. Hamburg übernimmt bis zu 15 Millionen Euro, die Hamburger Wirtschaft will 25 Millionen Euro geben. Erstmals wird keine Vorauswahl unter den Bewerbern getroffen. Alle Kandidaten, die ihre Unterlagen einreichen, sind bis zur Wahl durch das IOC im September 2017 im Rennen.

dpa

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