Trotz verpasster Quali

Deutschland erhält Wildcard für Handball-WM

Martin Heuberger
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Eigentlich haben die Jungs von Martin Heuberger die WM verpasst. Jetzt dürfen sie doch teilnehmen.

Leipzig - Paukenschlag: Deutschland darf trotz verpasster Qualifikation an der Handball-WM 2015 in Katar teilnehmen. Die deutschen Handballer profitieren vom Weltverband IHF.

Was für ein Paukenschlag: Die deutschen Handballer fahren dank einer Wildcard doch noch zur WM nach Katar. Gut drei Wochen nach der verpassten Qualifikation entschied der Rat des Weltverbandes IHF am Dienstag in Zagreb, der Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) den vakanten Platz von Ozeanien zu geben. „Wir sind sehr stolz und glücklich, es über den zweiten Bildungsweg doch zur WM nach Katar geschafft zu haben“, sagte DHB-Vizepräsident Bob Hanning.

Der DHB profitiert davon, dass derzeit Ozeanien keinen von der IHF anerkannten Kontinentalverband hat. Den freien Startplatz nimmt nun die DHB-Auswahl als bestes Team der WM 2013 in Spanien ein, das sich nicht regulär für Katar qualifiziert hat. Unter dem bisherigen Bundestrainer Martin Heuberger war das Team im Viertelfinale am späteren Titelträger Spanien gescheitert und Fünfter geworden.

In WM-Playoffs ausgeschieden

In den Playoffs für die WM 2015 hatte die DHB-Auswahl mit 24:25 und 27:28 gegen Polen verloren und dadurch ursprünglich das Turnier vom 15. Januar bis zum 1. Februar verpasst. Der auslaufende Bundestrainer-Vertrag von Heuberger war daraufhin nicht verlängert worden. „Es liegt jetzt an uns zu beweisen, dass wir ein würdiger Teilnehmer der WM in Katar sind“, erklärte DHB-Präsident Bernhard Bauer. Die Auslosung der Vorrundengruppen für die WM findet am 20. Juli in Doha statt.

„Nicht zu glauben. Wir sind dabei. #katar2015 wir kommen. Wir sind wieder wer. Back in Business“, twitterte der ehemalige Nationalspieler Stefan Kretzschmar, der zuletzt als lautstarker Kritiker von Martin Heuberger aufgetreten war.

Die nachträgliche Zulassung für das Turnier in Katars Hauptstadt Doha durch die Entscheidung am Grünen Tisch war Rechtsaußen Patrick Groetzki zunächst nicht ganz geheuer. „Irgendwie ein komisches Gefühl auf so eine Art und Weise qualifiziert zu sein. Aber auch einfach ne tolle Chance für uns ALLE!!!“, schrieb der Profi von den Rhein-Neckar Löwen im Kurznachrichtendienst Twitter. Die unerwartete IHF-Entscheidung beschert dem noch nicht gefundenen Nachfolger von Heuberger als Bundestrainer und dem neuen DHB-Generalsekretär Mark Schober einen leichteren Einstand in ihre Aufgaben.

Situation nicht neu

Für den DHB ist die Situation nicht neu. Die Frauen-Auswahl hatte - ebenfalls gegen Polen - die Qualifikation für die WM 2005 in Russland verpasst. Weil aber Taiwan seine Teilnahme zurückzog, rückte die DHB-Auswahl nach und wurde in St. Petersburg Sechste.

„Wir sind sehr froh und dankbar, dass der Rat eine solche Entscheidung getroffen hat“, sagte Bob Hanning nun zum neuerlichen Glücksfall und betonte: „Dies ist keine Lex Deutschland, die Qualifikation liegt im Bereich der IHF und folgt ihren Regularien. Warum sollte sich sonst auch ein Weltmeister für Olympische Spiele qualifizieren, wenn eine Platzierung bei einer WM keine Rolle spielen würde.“

dpa

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