Traum vom Halbfinale lebt

Handballer im Rausch: Starker Start in EM-Hauptrunde

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Christian Dissinger (re.) im Zweikkampf mit dem ungarischen Spieler Laszlo Nagy.

Breslau - Höhenflug fortgesetzt, der Traum vom Halbfinale lebt: Die deutschen Handballer rocken weiter die EM. Gegen Ungarn gewann das DHB-Team deutlich.

Update vom 28. Januar 2016: Im Halbfinale der Handball-Europameisterschaft 2016 trifft Deutschland auf Norwegen. Zwei Überraschungsteams in der Runde der letzten vier. Wir haben zusammengefasst, wie Sie Deutschland gegen Norwegen live im TV und Live-Stream sehen.

Die Mannschaft von Bundestrainer Dagur Sigurdsson bezwang zum Auftakt der Hauptrunde den Olympia-Vierten Ungarn in Breslau nach der bisher besten Turnierleistung überraschend deutlich mit 29:19 (17: 9) und darf nach dem dritthöchsten Sieg der deutsche EM-Geschichte sogar von einer Medaille träumen.

„Wille, Disziplin, Energie - das haben die Jungs alles gezeigt. Das war eine grandiose Leistung“, sagte Sigurdsson im ZDF.

Mit 4:2 Punkten liegt das jüngste aller EM-Teams in der Gruppe II als Dritter weiter hinter Dänemark und Spanien (beide 4:0) in Lauerstellung. Die ersten beiden Teams erreichen die Vorschlussrunde.

Bester Werfer der mit 14 EM-Debütanten angetretenen Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) gegen die weiter punktlosen Ungarn war Fabian Wiede mit sechs Toren. Tobias Reichmann erzielte fünf Treffer und ist mit 24 Toren nun zweitbester Schütze des Turniers in Polen. Nächster Gegner des WM-Siebten ist am Sonntag Russland, zum Abschluss der Hauptrunde könnte es am Mittwoch (beide 18.15 Uhr/ARD) zu einem „Endspiel um das Halbfinale“ gegen Vize-Europameister Dänemark kommen.

Schnelle Führung brachte zusätzliches Selbstvertrauen    

„Wir wollen mehr“, hatte Jannik Kohlbacher nach den Vorrundensiegen gegen Schweden (27:26) und Slowenien (25:21) selbstbewusst angekündigt. Das merkte man der Mannschaft von der ersten Minute an. Variabel im Angriff, aggressiv in der Abwehr und ein starker Andreas Wolff im Tor - der Europameister von 2004 trumpfte vor 4000 Zuschauern in der altehrwürdigen Jahrhunderthalle gegen die Mannschaft von Startrainer Talant Dujshebaev ganz groß auf.

Die schnelle 4:1-Führung (5. Minute) gab zusätzliches Selbstvertrauen. Der Mittelblock mit Finn Lemke und Hendrik Pekeler war für die Ungarn um ihren Topstar Laszlo Nagy fast unüberwindlich, im Angriff war die DHB-Auswahl von allen Positionen gefährlich. Dujshebaev tobte angesichts der deutlichen Unterlegenheit seines Teams an der Seitenlinie, während Sigurdsson seiner Rasselbande immer wieder anerkennend Applaus spendete.

Mit der deutlichen Führung im Rücken griffen die deutschen Handballer sogar tief in die Trickkiste. Der zum besten Spieler des Spiels gewählte Steffen Fäth setzte seinen Wetzlarer Teamkollegen Kohlbacher mit einem sensationellen Zuspiel hinter dem Rücken in Szene, der Kreisläufer vollendete zum 12:6 (20.).

In der Deckung blockte das leidenschaftlich kämpfende deutsche Team unzählige Bälle, auf Wolff war zudem wieder Verlass. Als Rune Dahmke mit seinem Treffer zum 17:9 den Schlusspunkt unter eine bemerkenswerte erste Halbzeit setzte, ballte auch Sigurdsson die Fäuste und brüllte seine Freude heraus. „Viel besser kann man es eigentlich nicht machen“, lobte Ex-Weltmeister Christian Schwarzer angesichts von sieben verschiedenen Torschützen im ersten Durchgang in der Halbzeitpause im ZDF.

Mit der Vorgabe „keinen Millimeter nachzugeben“ (Teammanager Oliver Roggisch) ging es in die zweite Halbzeit. Der stark aufspielende Berliner Wiede nahm sich diese Worte zu Herzen und erhöhte sofort auf 18:9 (32.).

Das starke Kollektiv der DHB-Auswahl ließ sich den deutlichen Vorsprung nicht mehr nehmen. Sigurdsson brachte alle 16 Spieler aufs Feld, um die Belastung zu verteilen und für den weiteren Turnierverlauf wertvolle Kräfte zu sparen. Ein gutes Omen: Als die DHB-Auswahl vor zwölf Jahren ihren bisher einzigen EM-Titel holte, gab es es zuvor in der Hauptrunde einen Erfolg gegen Ungarn.

SID

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