Nach Kreuzbandriss

Harte Monate für Harting: Operation und Reha

Nach seinem Kreuzbandriss stehen für Robert Harting nun Operation und Reha auf dem Programm.
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Nach seinem Kreuzbandriss stehen für Robert Harting nun Operation und Reha auf dem Programm.

Berlin - Diskus-Ass Robert Harting stehen harte Monate bevor. Nach seinem Kreuzbandriss muss der 126-Kilo-Mann in vier Wochen unters Messer. Doch ein Harting sieht selbst das positiv.

Reha statt Urlaub, Warteschleife statt Wintertraining: Diskuswurf-Olympiasieger Robert Harting wird nach seinem Kreuzbandriss auf eine harte Geduldsprobe gestellt. Erst in rund vier Wochen kann sein linkes Knie operiert werden, dann muss er zur Rehabilitation - an eine normale Vorbereitung auf die WM-Saison 2015 ist nicht zu denken. Doch ein Vollblut-Sportler wie Harting sieht selbst das positiv. „Es wird nicht langweilig. Es werden hoffentlich tolle Sachen passieren. Ich muss eine sehr gute Reha hinlegen. Ich brauche jetzt einfach Glück“, sagte der 29 Jahre alte Berliner der Nachrichtenagentur dpa am Freitag in einem Interview.

Beim „lockeren Abtrainieren“ hatte sich Deutschlands prominentester Leichtathlet am vorigen Dienstag das vordere Kreuzband und das Innenband im linken Knie gerissen. „Es war wirklich blöd, total seltsam: Es tat weh, ich lag am Boden. Dann fängst du an, ein bisschen zu zittern, blöde Schweißausbrüche kommen“, erklärte der 126-Kilo-Mann. „Aber ich wusste auch gleichzeitig nach dem ersten Schock, dass es nicht das Ende ist. Das ist eine Herausforderung, auf die ich sofort mental geantwortet habe. Und das ist ein gutes Zeichen für mich als Sportler.“

Für den Studenten Harting gibt es indes keine Pause. „Am Dienstag gebe ich wie geplant meine Bachelor-Arbeit ab“, sagte der vielbeschäftigte Mann, der in Berlin Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation studiert. Mit seinem Sport muss der schwere Leichtathlet aber „mindestens bis März“ aussetzen. „Dann muss ich sehen, dass ich spätestens so im Juni gute Wettkämpfe machen kann. Ich glaube nicht, dass ich einen normalen Saisonaufbau hinkriege“, erklärte Harting. „Es wird auf jeden Fall eine Comeback-Situation.“

Kein Druck bei Comeback-Termin

Aber noch nicht beim „Hallen-Heimspiel“ in Berlin: Das 2. ISTAF Indoor am 14. Februar kommt für den dreifachen Welt- und zweimaligen Europameister zu früh. „Schade, denn das ist cool für uns Diskuswerfer. Aber dann können ja die Mädels starten“, meinte der Freund von Diskuswerferin Julia Fischer.

Glück im Unglück für Harting, weil er als Diskuswerfer seinen nächsten Wettkampf frühestens im Mai auf dem Zettel hatte? „Nein, denn der Leichtathlet wird im Winter gemacht, da baut man ja die Leistung erst auf“, erklärte er. Wann und wie es mit dem Sport weitergeht, weiß er jetzt selbst noch nicht. „Da will ich mich gar nicht festnageln, weil das keinen Sinn macht und unnötig Druck in der Reha.“ Seine großen Fernziele will er schließlich nicht gefährden: die Weltmeisterschaften Ende August 2015 in Peking und vor allem Olympia 2016 in Rio de Janeiro.

Hilfe von der Oma

„When a world goes down (Wenn die Welt untergeht). So viel gekämpft und nun das! Kreuzbandriss! Omas Hilfe ist schon da!“, schrieb Harting auf seiner Facebook-Seite. Die Süßigkeiten von der Großmama vernaschte er noch im Krankenhaus. Auf Facebook meldete sich auch die frühere Weltklasse-Schwimmerin Franziska van Almsick: „Gute Besserung!“

Sein erster Urlaub seit vier Jahren, auf den sich Harting und Julia Fischer so gefreut hatten, der fällt nun ins Wasser. „Deutschland will mich nicht weglassen“, scherzte Harting und musste lachen. „Aber ich habe glücklicherweise eine Reiserücktrittsversicherung abgeschlossen mit meiner Freundin.“

dpa

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