Trotz Erfolg über Südkorea

Hockey-Halbfinale ohne deutsche Herren

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Florian Fuchs und der Südkoreaner Seunghoon Lee.

Den Haag - Die deutschen Hockey-Herren haben erstmals seit 1971 das WM-Halbfinale verpasst.

Erstmals seit der Premiere im Jahr 1971 findet das Herren-Halbfinale einer Hockey-WM ohne Deutschland statt. Zwar gewann die erfolgsverwöhnte Auswahl von Bundestrainer Markus Weise am Dienstag in Den Haag ihr letztes Vorrundenmatch in gewohnt souveräner Manier gegen Südkorea 6:1 (3:0). Doch der Rivale Argentinien hatte den deutschen Olympiasiegern und Europameistern zuvor durch ein 5:1 über Südafrika die letzten vagen Hoffnungen aufs Erreichen des Mindestziels genommen.

Die DHB-Damen, die am Dienstag noch auf England trafen, mussten das Weiterkommen bereits am Pfingstwochenende abschreiben. Sie sind zum vierten Mal bei der Vorschlussrunde einer Weltmeisterschaft nur noch Zuschauer. Für beide deutschen Teams geht es nun in der Platzierungsrunde weiter.

„Was das deutsche Hockey in den letzten zehn, zwölf Jahren erreicht hat, war einzigartig. Vielleicht ist es da sogar ganz hilfreich, wenn es auch mal anders als erhofft läuft“, erklärte DHB-Präsident Stephan Abel zum mageren Abschneiden beider ambitionierten Mannschaften. Man werde „vieles auf den Prüfstand stellen“, um den Auswahlteams und ihren nicht zur Disposition stehenden Trainern „mehr Freiräume“ für eine angemessene Vorbereitung auf Top-Events zu verschaffen. „Wenn wir bestimmte Voraussetzungen nicht erfüllen, kann das bei Olympia- oder WM-Turnieren immer in einer Enttäuschung enden“, betonte Abel.

Deutsche Hockey-Herren nicht in Top-Form

Dass nach den noch mitten im Umbruch steckenden Damen auch das DHB-Aushängeschild der Herren in den Niederlanden Schiffbruch erleiden würde, war nicht unbedingt erwartet, aber doch befürchtet worden. Das Fehlen von Leitwolf Moritz Fürste (Kreuzbandriss) konnte nicht wie erhofft kompensiert werden. Nebenmann Oliver Korn, der nach einem verschleppten Blinddarm-Durchbruch zehn Kilo Gewichtsverlust wettmachen musste, kam ebenso wie Welthockeyspieler Tobias Hauke nach einer im Vorfeld der WM erlittenen Gesichtsverletzung und Kapitän Max Müller nach seiner Achillessehnen-Operation nicht in Top-Form.

„Dass uns der frühe WM-Termin große Schwierigkeiten bereiten würde, hat sich leider bewahrheitet“, bekannte DHB-Sportdirektor Heino Knuf angesichts des durch die Fußball-WM vom August vorgezogenen Events. „Uns fehlen mindestens vier Wochen Vorbereitungszeit“, meinte Weise. Knuf sprach zugleich die Hoffnung aus, dass der „Warnschuss“ gehört und die von Damen-Coach Jamilon Mülders formulierte Forderung nach „mehr Zeit, mehr Länderspiele und mehr Geld“ umgesetzt werde. „Sonst wird der Rückstand bald nicht mehr aufzuholen sein“, sagte er mit Blick auf die Top-Nationen mit oft viel besseren Voraussetzungen.

Gegen Südkorea traten die zu spät in WM-Fahrt gekommenen Herren auf, als ginge es noch um den Titel. Christopher Wesley (19.), Benedikt Fürk (23.) und Martin Zwicker (32.) sorgten für eine beruhigende Pausen-Führung. Christopher Rühr (50.) traf noch den Pfosten, ehe die Asiaten per Strafecke verkürzten. Florian Fuchs (60.), Oliver Korn (65.) und Christopher Zeller (70.) legten weitere Tore nach. In der Schlussphase kam noch Reservekeeper Felix Reuß zu seiner WM-Premiere.

dpa

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