Ingolstadt zieht in 2. Liga davon - Darmstadt Zweiter

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Ingolstadts Lukas Hinterseer (M) setzt sich gegen St. Paulis Dennis Daube (r) und Bernd Nehrig durch. Foto: Armin Weigel

München (dpa) - Der FC Ingolstadt ist auf dem Weg in die Bundesliga nicht zu bremsen. Dank eines 2:1 (1:0)-Sieges über St. Pauli um Neu-Trainer Ewald Lienen bauten die Oberbayern ihren Vorsprung auf Rang zwei auf sieben Zähler aus.

Während die Schanzer den vierten Sieg in Serie feierten, wurden sie eine Woche vor Weihnachten von einigen Verfolgern auch noch reich beschenkt - einzig der nun zweitplatzierte SV Darmstadt 98 konnte ebenfalls gewinnen. Die Hessen setzten sich in Sandhausen 2:1 (1:0) durch und zogen am Karlsruher SC vorbei. Der 1. FC Kaiserslautern ließ durch ein 1:1 beim TSV 1860 München ebenso Punkte wie RB Leipzig beim 0:0 in Aalen. Wieder in die Spur gekommen ist der 1. FC Nürnberg, der bei Erzgebirge Aue mit 1:0 (0:0) gewann und weiter nach oben kletterte.

In Ingolstadt lief es früh nach Plan für die Gastgeber, als Mathew Leckie mit einem abgefälschten Schuss der Führungstreffer gelang (22. Minute). Von einem Klassenunterschied zwischen dem Erst- und dem Letztplatzierten war aber nichts zu sehen. Die Hausherren ließen nach und kassierten durch Sebastian Schachten (78.) sogar den Ausgleich.

Aber Ingolstadt ist einfach zu cool - und lässt sich auch von gesundheitlichen Beschwerden nicht aufhalten. "Ich hatte Magenprobleme und Krämpfe", berichtete Pascal Groß nach seinem Siegtor (80.). "Ich wollte aber unbedingt auf dem Platz bleiben, um der Mannschaft vielleicht mit einer Aktion noch zu helfen." Kapitän Marvin Matip sagte: "Wir haben es heute nicht so gut gemacht. Wir spüren, dass der Tank leer ist. Aber ich bin brutal stolz auf die Mannschaft, dass sie nach dem 1:1 so eine geile Antwort gegeben hat."

Die Ergebnisse in den anderen Stadien ließen den FCI am 18. Spieltag zum großen Gewinner werden. Nachdem am Vortag schon der KSC (0:2 bei Union Berlin) und Fortuna Düsseldorf (1:2 bei Eintracht Braunschweig) verloren hatten, patzte auch Lautern. Ausgerechnet bei den kriselnden Münchner "Löwen" konnte das Team von Kosta Runjaic seine Überlegenheit nur in ein Tor durch Markus Karl (85.) ummünzen. Yannick Stark (26.) hatte für den TSV getroffen (26.). "Ich bin mit dem Ergebnis nicht zufrieden", sagte Runjaic. "Der Ausgleich war ein reiner Willensakt, ein Siegtreffer wäre zu viel des Guten gewesen."

Letztlich war es aus dem Top-Quintett nur Aufsteiger Darmstadt, der neben Ingolstadt jubelte. Die Hessen zeigten in Sandhausen eine dominante Vorstellung und wurden durch Milan Ivana (15.) und Hanno Behrens (86.) belohnt. Die "Lilien" bleiben im neunten Spiel in Serie ungeschlagen. Coach Dirk Schuster fand: "Wie die Mannschaft Moral bewiesen hat und dieses Spiel für sich entscheiden wollte, ist schon aller Ehren wert. Ein Punkt wäre heute zu wenig gewesen."

Von einer derartigen Konstanz ist Leipzig weit entfernt: Die Sachsen verpassten durch das Remis in Aalen den Sprung auf Rang drei und verloren auch Anthony Jung (56.) nach zwei Gelben Karten innerhalb von fünf Minuten. Am Ende konnte RB im Gegensatz zu den besseren Hausherren über den Punkt glücklich sein. "Die Scheiß-Murmel will nicht in die Kiste", klagte Aalen-Trainer Stefan Ruthenbeck. "Wir haben ein sehr gutes Spiel gemacht, aber uns nicht belohnt."

Durch die vielen Punktverluste in der Spitzengruppe nähert sich sogar Nürnberg langsam wieder der Aufstiegszone. Die ernüchternd in die Saison gestarteten Franken durften im Erzgebirge dank eines Tores des letztjährigen Aus-Stürmers Jakub Sylvestr (64.) jubeln und rangieren auf Tabellenrang acht nur noch vier Punkte hinter Platz drei.

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