IOC-Präsident

Ein Jahr Amtszeit - Bach zieht positive Bilanz

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Thomas Bach ist mit seinem ersten Jahr als IOC-Präsident zufrieden.

Berlin - Nach seinem ersten Jahr als IOC-Präsident hat Thomas Bach eine positive Bilanz gezogen. Im Dezember sollen seine Reformpläne abgesegnet werden.

Thomas Bach hat nach seinen ersten zwölf Monaten als IOC-Präsident eine positive Bilanz gezogen. Es sei ein sehr dynamisches erstes Jahr gewesen, erklärte der 60-Jährige, der ein umfassendes Reformprogramm angestoßen hat, mit dem er Olympia zukunftsfähig machen will. Diese „olympische Agenda 2020“ soll auf einer außerordentlichen Vollversammlung am 8./9. Dezember in Monte Carlo abgesegnet werden. „Es war sehr viel los. Auf der anderen Seite war es auch ein sehr, sehr ermutigendes erstes Jahr“, sagte der Chef des Internationalen Olympischen Komitees, der am 10. September 2013 in Buenos Aires zum neunten IOC-Präsidenten gewählt worden war.

Am meisten habe ihn die große Unterstützung seiner IOC-Kollegen bei den Modernisierungsmaßnahmen überrascht. „Ich dachte, dies würde zwei oder drei oder vielleicht sogar vier Jahre nach der Wahl dauern“, meinte Bach. Der Franke will den Bewerbungsprozess verändern, das Programm der Sommer- und Winterspiele überarbeiten, einen olympischen TV-Kanal schaffen und in zahlreichen Bereichen für mehr Nachhaltigkeit sorgen. 81 Staats- und Regierungschefs hat er nach IOC-Angaben seit seiner Amtsübernahme getroffen beim Versuch, seine Organisation gesellschaftspolitisch neu zu positionieren.

Die größte Herausforderung seiner bisherigen Amtszeit waren die Winterspiele in Sotschi. Das 51 Milliarden Dollar teure Großprojekt an der russischen Schwarzmeerküste und die damit verbundenen Umweltsünden haben dem Ruf des IOC geschadet. Kritiker hielten den Olympiern zudem vor, die politische Instrumentalisierung durch Kremlchef Wladimir Putin geduldet zu haben.

Bach unterschrieb im vergangenen Jahr 13 Verträge (neun TV-Verträge, vier Sponsorenverträge) mit einem Gesamtvolumen von knapp zehn Milliarden Dollar (7,72 Milliarden Euro), darunter den Rekord-Deal mit dem amerikanischen Olympia-Sender NBC. Das Network sicherte sich die US-Übertragungsrechte von den Spielen 2022 bis 2032 für 7,75 Milliarden Dollar. Damit ist die finanzielle Basis der Ringe-Organisation auf Jahre gesichert.

Der Ober-Olympier zeigte sich zuversichtlich, potenziellen Bewerbern die Angst vor einer Kostenexplosion nehmen zu können. Die operativen Kosten für die Ausrichtung der Spiele müssten klar getrennt werden von den Ausgaben für langfristige Verbesserungen der Infrastruktur in der jeweiligen Gastgeber-Stadt, sagte er. „Wir müssen das System der zwei Budgets erklären, erklären und erklären. Langsam verstehen die Menschen das. Man muss sich nur das große Interesse an den Spielen 2024 anschauen.“ Städte aus den USA, Deutschland, Frankreich, Italien, Ungarn, Katar, Aserbaidschan und Südafrika haben bereits signalisiert, für die Spiele 2024 kandidieren zu wollen.

dpa

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