IOC stimmt für Änderungen

Olympia: Länderübergreifende Spiele möglich

IOC-Präsident Thomas Bach glaubt, dass seine Reformen Zustimmung finden werden. Foto: Sebastien Nogier
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IOC-Präsident Thomas Bach glaubt, dass seine Reformen Zustimmung finden werden.

Monte Carlo - Olympia soll sich den jeweiligen Städten anpassen - und nicht die Gastgeber den Spielen: Das ist das zentrale Anliegen der Vorschläge zur Änderung des Bewerberverfahrens der Olympischen Spiele.

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hat unter Vorsitz von Präsident Thomas Bach zu Beginn seiner 127. Vollversammlung am Montagmorgen die ersten drei Änderungsvorschläge zur Vereinfachung des Bewerbungsverfahrens für die Ausrichtung von Olympischen Spielen einstimmig angenommen. Die Mitglieder sprachen sich auch einstimmig dafür aus, dass die betreffenden Punkte in die Olympische Charta aufgenommen werden. Insgesamt stehen auf dem Reform-Gipfel im Fürstentum bis Dienstag 40 Vorschläge zur Abstimmung.

Die 94 stimmberechtigten IOC-Mitglieder beschlossen am Montag einstimmig, aus Gründen der Nachhaltigkeit „die Austragung ganzer Sportarten oder einzelner Disziplinen außerhalb der Gastgeber-Stadt oder in Ausnahmefällen außerhalb des Landes zu erlauben“. Auch der Vertrag mit der Olympia-Stadt wird künftig veröffentlicht.

Der deutsche IOC-Präsident Thomas Bach ging zuversichtlich in das Votum. "Der Zuspruch ist ermutigend, ich bin guter Dinge", sagte der 60-Jährige vor der historischen Vollversammlung. "Wir wollen alle 40 Punkte durchbringen."

Bach war bereits beim Reformkongress 1999 nach dem Korruptionsskandal um die Vergabe der Winterspiele an Salt Lake City eine der treibenden Kräfte. Etwa 100 IOC-Mitglieder stimmen im Grimaldi Forum über die Neuausrichtung der Ringe-Organisation ab. Ernsthafte Opposition gegen die Agenda 2020 wird nicht erwartet.

Bach möchte neben der Gründung eines olympischen TV-Kanals vor allem die hohen Kosten reduzieren und das olympische Programm auffrischen. Die Spiele sollen wieder attraktiver und machbarer für die Gastgeber werden. Der Jurist aus Tauberbischofsheim wünscht sich mehr Flexibilität und Individualität der Kandidaten. Olympia soll sich dem jeweiligen Gastgeber anpassen - und nicht die Stadt den Spielen. So dürfen die jeweiligen Ausrichter künftig neue Disziplinen oder sogar neue Sportarten vorschlagen, die sie bei ihren Heimspielen gern im Programm hätten. Sogar länderübergreifende Spiele sind bei einer Zustimmung für Bachs Pläne möglich.

Die Olympier stimmen über jeden Vorschlag einzeln ab. Nur bei Empfehlungen, die eine Änderung der olympischen Charta mit sich bringen, ist eine Zweidrittel-Mehrheit nötig. Sonst genügt die einfache Mehrheit, um den jeweiligen Punkt abzusegnen.

dpa/SID

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