München: Murray und Kohlschreiber spielen um den Titel

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Philipp Kohlschreiber trifft im Finale von München auf Andy Murray. Foto: Philippe Ruiz

Andy Murray und Philipp Kohlschreiber kämpfen beim Tennisturnier in München um den Titel. An einem Marathon-Tag hatten beide die meiste Energie. Olympiasieger Murray sorgte mit gleich drei Partien innerhalb weniger Stunden für Aufsehen.

München (dpa) - Nach einem Marathon-Tag kommt es beim Münchner ATP-Turnier zum Traumfinale zwischen Superstar Andy Murray und Deutschlands bestem Tennis-Profi Philipp Kohlschreiber.

Die beiden hatten bei ihren innerhalb weniger Stunden gespielten Viertel- und Halbfinalpartien die meisten Energiereserven und Nerven und treten am Sonntag zum Endspiel am Aumeisterweg an. Für Kohlschreiber geht es um den dritten Sieg bei den BMW Open, Murray will seinen ersten Sandplatzerfolg überhaupt auf der ATP-Tour feiern. "Das wird ganz schön schwierig", prophezeite der schottische Favorit.

"Ich bin absolut happy", sagte Kohlschreiber nach seinem 2:6, 6:1, 6:4 über den Österreicher Gerald Melzer. "Es war ein schweres Stück, diesen Tag zu überstehen. Jetzt freue ich mich auf das Finale." Weil der Freitag als Spieltag komplett dem Dauerregen zum Opfer gefallen war, hatten die Profis am Samstag einen engen Zeitplan. "Ich habe es ganz gut hingekriegt", resümierte Murray nach seinem 6:4, 6:4 in der Vorschlussrunde über den Spanier Roberto Bautista Agut ein.

Diese hatte er dank eines hitzigen Comeback-Kraftakts beim 4:6, 6:3, 6:2 am Morgen über Lukas Rosol aus Tschechien erreicht. "Jetzt bin ich ein bisschen müde", gab Murray zu.

Er ließ es sich am Abend zum allgemeinen Erstaunen aber nicht nehmen, noch im Doppel-Halbfinale an der Seite von Jean-Julien Rojer anzutreten. Dort unterlagen die beiden den topgesetzten Alexander Peya/Bruno Soares mit 3:6, 2:6. Drei Spiele an einem Tag? "Ich kann mich nicht mal erinnern, wann ich je zwei Einzel an einem Tag gespielt habe", meinte Murray dazu.

An Schonung war auch bei Lokalmatador Kohlschreiber nicht zu denken: Weil der Weltranglisten-26. im Viertelfinale beim 2:6, 6:3, 6:3 gegen David Goffin aus Belgien und auch im Halbfinale gegen Qualifikant Melzer den Beginn jeweils verschlief, musste er innerhalb von sechs Stunden sechs Sätze absolvieren. "Zum Schluss war etwas Zittern dabei", räumte er ein. "Aber ich habe eine geile Woche hinter mir." Gegen Murray könne er diese krönen und "nichts mehr verlieren".

Das sah gegen den Weltranglisten-186. Melzer anders aus, als der Davis-Cup-Spieler früh patzte. "Er hat monster-aggressiv angefangen", verteidigte sich Kohlschreiber im BR-Interview. "Im zweiten und dritten Satz war ich dann sehr zufrieden mit mir."

Im Match von Olympiasieger Murray gegen Rosol wurde es gleich am Morgen hitzig, als der Tscheche seinen favorisierten Rivalen bei einem Seitenwechsel provozierend anrempelte. "Er ist grundlos in mich hineingelaufen", erzählte Murray. Nach einem Wortgefecht und der Intervention eines Offiziellen der ATP wurde weitergespielt; Murray drehte die Partie und erreichte sein sechstes Sandplatz-Halbfinale. "Das hat mich noch mehr motiviert", sagte Murray, "und das habe ich ihm in der Umkleidekabine auch gesagt, als er sich entschuldigte."

Das Halbfinale war dann ähnlich umkämpft, doch Bautista Agut machte nach seinem kuriosen 4:6, 6:0, 6:0 zuvor gegen Victor Estrella Burgos aus der Dominikanischen Republik die entscheidenden Punkte nicht. Murray erklärte danach: "Ich habe versucht, mein Spiel besser zu variieren. Dann kam mein Aufschlag besser, ich habe viele Asse geschlagen. Das half, denn er hat nicht viele Fehler gemacht."

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