Nibali weiter in Gelb

Kristoff gewinnt 15. Tour-Etappe

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Alexander Kristoff hat die 15. Etappe der Tour de France gewonnen.

Nimes - Alexander Kristoff hat die 15. Etappe der Tour de France gewonnen. Der Mailand-San-Remo-Gewinner siegte nach 222 Kilometern von Tallard nach Nimes im Massensprint vor dem Deutsch-Australier Heinrich Haussler und Peter Sagan.

Andre Greipel und Marcel Kittel trotzten nach den Anstrengungen der Alpen auch den Elementen, doch die Neuauflage der deutschen Sprinter-Festspiele blieb bei der 101. Tour de France aus. Bei der von heftigem Regen und Winden begleiteten 15. Etappe musste sich Greipel in einem dramatischen Massensprint als bester Deutscher mit dem fünften Platz begnügen, Kittel verfehlte beim Sieg des Norwegers Alexander Kristoff als Elfter gar die Top Ten.

Während die glücklosen Ausreißer Martin Elmiger (Schweiz/IAM) und Jack Bauer (Neuseeland/Garmin) am Sonntag erst wenige Meter vor dem Ziel gestellt wurden und zu tragischen Helden wurden, zählte der Gesamtführende Vincenzo Nibali neben Kristoff zu den großen Gewinnern des dritten Tour-Wochenendes.

Lange Zeit hatte sich das Peloton am Sonntag auf der 222 km langen Etappe von Tallard nach Nimes mit extrem schlechtem Wetter herumplagen müssen, erst rund zehn Kilometer vor dem Ziel klarte es auf. „Wir haben halt kein Dach und können nicht auf besseres Wetter warten. Es war schwer, im Regen etwas zu sehen“, sagte Greipel.

Beinahe hätte das Hauptfeld die beiden Flüchtlinge, die sich kurz nach dem Start auf die Reise gemacht hatten, komplett aus den Augen verloren. Das Duo Elmiger und Bauer wehrte sich mit allen Mitteln gegen die heraneilende Meute, bei der Flamme Rouge, der Ein-Kilometer-Markierung, betrug der Vorsprung sogar noch 15 Sekunden. Doch am Ende fehlten wenige Meter. Als Bauer die Ziellinie bereits in Sicht hatte, flogen die Top-Sprinter um Kristoff und Greipel doch noch vorbei. Der Neuseeländer vergoss im Ziel bitterliche Tränen.

„Es hat leider nicht geklappt. Jeder hat gesehen, wie knapp es war. Ich hatte nicht den Punch, weil ich auch sehr früh in den Wind musste“, sagte Greipel, der den beiden Ausreißern „Riesenrespekt“ zollte. Kittels Giant-Team kam nicht dazu, den in der ersten Tour-Woche mustergültig gezeigten Sprintzug aufzubauen. „Ich hatte heute einfach keine Eier, mit vollem Tempo in den Kreisverkehr zu gehen“, sagte Teamkollege John Degenkolb.

Frustriert war auch der slowakische Sprint-Star Peter Sagan (Cannondale). Der 24 Jahre alte Träger des Grünen Trikots wurde Dritter und erreichte damit seine neunte Top-5-Platzierung bei der Tour 2014 - zum ersehnten Sieg reichte es aber wieder nicht.

Die Etappe hatte ihren erwarteten Verlauf genommen. Elmiger und Bauer setzten sich kurz nach dem Start vom Hauptfeld ab und bestimmten das Renngeschehen. Die Aussicht auf einen Tagessieg war marginal, doch das Duo wehrte sich verbissen gegen das Ende seiner Flucht. Am Ende fehlte das Quäntchen Glück.

Dieses brauchte Nibali am Samstag nicht, um den nächsten Schritt zum Tour-Titel zu gehen. Auf der zweiten Alpenetappe nach Risoul baute der Italiener vom Team Astana durch seinen zweiten Platz den Vorsprung in der Gesamtwertung aus - stolze 4:32 Minuten liegt Nibali vor dem Spanier Alejandro Valverde (Movistar).

Nur ein schwerer Einbruch in den Pyrenäen kann den Sizilianer Nibali noch den ersehnten Triumph bei der Grande Boucle kosten. „Es war mir wichtig, alles zu kontrollieren und jede Attacke zu stellen. Das ist sehr gut gelungen. Ich muss weiter sehr aufmerksam bleiben“, sagte der 29-Jährige. Gelingt ihm das, wäre der „Hai von Messina“ der erste italienische Tour-Sieger seit Marco Pantani 1998.

Am Montag dürfen sich die Radprofis von den Strapazen in den Alpen erholen. Am zweiten Ruhetag stehen neben eher lästigen Medienterminen auch Massagen und lockere Ausfahrten auf dem Programm.

SID/DPA

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