"Absolut unverständlich"

Wegner über Klitschko-Kampf: "Blamage für das Schwergewicht"

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Kult-Trainer Ulli Wegner.

Berlin - Kult-Trainer Ulli Wegner hat Schwergewichts-Boxer Wladimir Klitschko nach dessen Niederlage im WM-Kampf gegen Tyson Fury scharf attackiert.

„Der Kampf war für mich eine riesige Enttäuschung. Nicht weil Klitschko verloren hat, sondern wegen der Art und Weise seiner Niederlage“, sagte Wegner im Interview mit Spox.

Klitschko sei bei seiner Niederlage am Samstag in Düsseldorf um die WM-Gürtel der WBO, WBA und IBF nie in der Lage gewesen, den Kampf zu gestalten. „Fury hat ihn mit seinem Zirkus komplett durcheinandergebracht. Er hatte ja zwischenzeitlich beide Hände hinter dem Rücken, hat Klitschko veräppelt und trotzdem geht dieser da nicht rein und schlägt ein paar Hände. Absolut unverständlich“, wetterte Wegner.

Der für den Berliner Boxstall Sauerland arbeitende Wegner bezeichnete den Kampf als riesengroßen Rückschritt. „Das war so schrecklich, dass es nicht nur für Klitschko eine Blamage war, sondern eine für das Schwergewicht und sogar den gesamten Boxsport. Und das Schlimmste daran: Fury bekommt für solch eine Leistung auch noch vier Gürtel. Das zieht das Boxen so richtig runter“, meinte Wegner. Fury heimste durch seinen Sieg auch den Gürtel des unbedeutenden IBO-Verbandes ein.

Der 73 Jahre alte Kult-Trainer Wegner wunderte sich über die Passivität des Titelverteidigers. „Fury ist nun wahrlich kein Mann, der eine Ausnahme darstellt - speziell nicht, wenn man sich seine boxerischen Mittel anschaut. Er tritt im Ring auf wie ein Komiker und boxt auch so“, meinte Wegner, der auch Klitschkos Trainer Jonathon Banks von der Kritik nicht aussparte: „Für Klitschko ist Banks nur ein Handlanger und das ist das Schlimmste, was passieren kann.“

Wegner, der unter anderem Weltmeister Arthur Abraham betreut, bezeichnete den Kampf als Armutszeugnis für das Boxen. „Klitschko stand im Ring, als würde er sein Geld verwalten wollen. Er hat nichts riskiert. Überhaupt nichts“, schimpfte Wegner und meinte: „Ich habe jedenfalls noch nie einen so schlechten Weltmeisterschaftskampf erlebt.“

Klitschko zieht offiziell Rückkampfoption

Der ehemalige Box-Champ Wladimir Klitschko hat vier Tage nach seiner Niederlage offiziell die Rückkampfoption im Vertrag mit Tyson Fury gezogen. „Direkt nach dem Kampf war ich echt frustriert, aber nach ein paar kürzeren Nächten weiß ich nun, dass ich zeigen will, dass mehr in mir steckt als das, was ich am Samstag gezeigt habe“, gab Schwergewichtsboxer Klitschko am Mittwochnachmittag bekannt.

Wie der neue Weltmeister Tyson Fury andeutete, soll der Kampf im nächsten Mai im Londoner Wembley-Stadion stattfinden. Klitschko will sich dort dann auf jeden Fall anders als am Samstag bei der einstimmigen Punktniederlage präsentieren. „Ich konnte zu keiner Phase mein Potenzial abrufen und das will und werde ich im Rückkampf ändern“, versprach der langjährige Weltmeister der Verbände WBO, WBA und IBF.

Klitschkos Manager Bend Bönte erwartet ein großes Geschäft. „Dieser Rückkampf wird weltweit für riesiges Interesse sorgen“, erklärte Bönte, der vom „Kampf des Jahres 2016“ sprach. Es habe schon viele Anfragen von Medien und Fans gegeben. Klitschkos Management werde sich nun mit Hennessy Sports, Tyson Furys Promoter, zusammensetzen und alle weiteren Schritte besprechen.

SID

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