Krauchanka neuer Europameister

Abele verpasst Zehnkampf-Bronze um 21 Punkte

Arthur Abele
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Arthur Abele.

Zürich - Das deutsche Zehnkampf-Trio hat die Medaillen bei der EM in Zürich knapp verpasst. Der Weißrusse Andrei Krauchanka ist neuer König der Athleten.

Arthur Abele raufte sich die Haare und blickte etwas enttäuscht auf die Anzeigetafel im Letzigrund. Mit einem furiosen Lauf über die 1500 m war der Zehnkämpfer bei der EM in Zürich noch auf Platz fünf vorgestürmt, hatte die Medaillenränge aber denkbar knapp verpasst. Der Ulmer sicherte sich nach sechs Jahren Leidenszeit und vielen Verletzungen als bester Deutscher aber mit persönlicher Bestleistung von 8477 Punkten Platz fünf - und lag damit nur 21 Zähler hinter dem Russen Ilja Schkurenjow auf Rang drei. Gold sicherte sich der Weißrusse Andrei Krauchanka (8616) vor dem Franzosen Kevin Mayer (8521).

Der U23-Europameister Kai Kazmirek (Rhein-Wied) musste sich am Ende mit 8458 Punkten und Platz fünf begnügen, nachdem er zwischenzeitlich sogar auf Gold-Kurs gelegen hatte. Das Wetterchaos in Zürich mit widrigen Bedingungen beim Stabhochsprung ließ diesen Traum aber platzen. Der Olympiasechste Rico Freimuth aus Halle/Saale wurde mit 8308 Punkten Siebter.

Vize-Weltmeister Michael Schrader war nach einer Verletzung nicht mehr für die EM fit geworden, Titelverteidiger Pascal Behrenbruch in der Qualifikation für Zürich gescheitert.

„Was für eine Geschichte. Das hat sich Arthur absolut verdient, auch wenn sogar noch mehr drin gewesen wäre“, sagte Zehnkampf-Idol Frank Busemann dem SID: „Wenn man so lange weg ist wie er, ist man eigentlich tot. Aber er hat sich zurück gebissen. Manchmal ist Sport eben doch gerecht.“

Fast hätte Abele im Letzigrund ein wahres Zehnkampf-Märchen geschrieben. Der Sportsoldat hatte bei Olympia in Peking als Shootingstar aufgeben müssen und plagte sich seitdem immer wieder mit Verletzungen herum. Nach sechs Jahren war der Blondschopf erstmals wieder auf der großen Bühne mit dabei. „Das war wie eine Droge, die mir gefehlt hat“, sagte Abele.

Lange hatten Abele und Kazmirek von einer Medaille träumen dürfen. Doch das Wetterchaos in Zürich setzte ihren Hoffnungen ein Ende. Nachdem es am frühen Nachmittag zunächst stark geregnet hatte, musste der Stabhochsprung wegen einer Sturmwarnung über zwei Stunden unterbrochen werden - sogar Mülltonnen flogen durch die Luft. Danach arbeiteten sich vor allem Krauchanka (5,10) und Mayer (5,20) nach vorne.

Auch wenn der ganz große Coup in Zürich ausblieb: Der deutsche Leichtathletik-Verband hat wieder beste Perspektiven im Zehnkampf und könnte in den nächsten Jahren an alte Glanzzeiten mit Jürgen Hingsen, Siegfried Wentz, Christian Schenk oder Torsten Voss anknüpfen. „Wir haben fünf, sechs richtig gute, hungrige Jungs in Deutschland und wollen in den nächsten Jahren weiter angreifen“, sagte Vize-Weltmeister Schrader dem SID.

SID

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