Hindernis-Läuferin Antje Möldner-Schmidt

Leichtathletik-EM: Das nächste Gold für Deutschland

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Antje Möldner-Schmidt.

Zürich - In den Lauf-Wettbewerben hatte die deutsche Mannschaft zum Abschluss der EM einige Medaillenchancen. Das Gold von Antje Möldner-Schmidt über 3000 Meter Hindernis war aber eine Überraschung.

 

Bei der Siegerehrung im Letzigrund-Stadion musste Antje Möldner-Schmidt heftig mit den Tränen kämpfen. Die 30-Jährige aus Cottbus landete am Sonntag in Zürich den größten Coup ihrer Karriere und wurde im Letzigrund-Stadion überraschend Europameisterin über 3000 Meter Hindernis - als erste Deutsche überhaupt auf dieser Distanz. „Ich habe erstmal geschaut, was ging und mich hinten raus auf meinen Spurt verlassen. Wahnsinn!“, meinte sie freudestrahlend im ZDF-Interview.

Die Leichtathletik wurde Möldner-Schmidt praktisch in die Wiege gelegt. Ihr Vater und Bruder Olaf waren Geher, ihre Schwester Silke und ihre Zwillingsschwester Berit Mittelstrecklerinnen. Seit einigen Jahren schon gehört Möldner-Schmidt zur nationalen Laufelite.

Bei der EM in Zürich rannte Möldtner-Schmidt von Beginn an in der Spitzengruppe mit und war auch auf der Zielgeraden vorne dabei. Als die schwedische Favoritin Charlotta Fougberg am letzten Hindernis strauchelte, übernahm die Deutsche die Führung, gab sie nicht mehr her und setzte sich in 9:29,43 Minuten durch. Vor zwei Jahren in Helsinki hatte sie bereits Bronze geholt. Fougberg reichte es zu Silber in 9:30,16 Minuten, Bronze ging an die Spanierin Diana Martín in 9:30,70.

„Ich hatte mir vorher gesagt: einfach aggressiv rangehen“, erklärte die Goldmedaillengewinnerin später. Die Frankfurterin Gesa Felicitas Krause kam auf Rang fünf. Die Hamburgerin Jana Sussmann hatte sich nicht für das Finale qualifizieren können.

Möldner-Schmidt hat ein langen Weg hinter sich, ehe sie bei internationalen Meisterschaften erstmals auf dem Treppchen stand. Im Januar 2010 war bei ihr eine Lymphzellenerkrankung diagnostiziert worden - sie musste lange pausieren.

2005 hatte sie erstmals den deutschen Titel über 1500 Meter gewonnen und mischte auch international vorne mit: Bei der Hallen-WM wurde sie Sechste. Den ersten 3000-Meter-Hindernis-Lauf bestritt sie 2008 im belgischen Neerpelt, wo sie gleich Zweite wurde und den deutschen Rekord verbesserte. „Von Balken zu Balken konzentrieren“, ist ihr Motto heute, das sei einfacher als die „flachen Strecken“. Im Vorlauf der Olympischen Spiele 2008 von Peking flog sie zwar raus, verbesserte aber ihre Bestmarke nochmals um mehr als eine Sekunde auf 9:29,86 Minuten.

Nach ihrer Erkrankung kehrte Möldner-Schmidt im Oktober 2010 ins Training zurück. 2011 bestritt sie wieder Wettkämpfe, 2012 wurde sie erstmals deutsche Meisterin, inzwischen hat sie schon fünf nationale Titel. Bereits bei der WM im vergangenen Jahr durfte sie sich als Achte und zweitbeste Europäerin gratulieren lassen. Jetzt ist die 1,73 Meter große und 56 Kilo leichte Läuferin ganz oben angekommen.

Kurz zuvor hatte Kugelstoßerin Christina Schwanitz die dritte Goldmedaille für Deutschland bei der EM geholt.

sid/dpa

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