IAAF vergibt WM an Eugene

Leichtathletik-WM 2021 in den USA - Kritik aus Europa

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Die amerikanischen Athleten dürfen sich auf eine WM im eigenen Land freuen.

Peking - 2012 darf zum ersten Mal eine amerikanische Stadt eine Leichtathletik-WM ausrichten - ohne sich offiziell darum beworben zu haben.

Die Leichtathletik-Weltmeisterschaften werden 2021 zum ersten Mal in den USA stattfinden. Das Council des Weltverbandes IAAF vergab die WM am Donnerstag ohne offizielles Bewerbungsverfahren an die Stadt Eugene im Bundesstaat Oregon, der Heimat des Sportartikel- Giganten Nike. IAAF-Präsident Lamine Diack gab nach der Sitzung in Peking offen zu, dass diese Vergabe vor allem wirtschaftliche Gründe hatte. Der Senegalese sprach von der „enormen Gelegenheit, einen Schlüsselmarkt zu erschließen. Wir haben eine Entscheidung im Interesse der globalen Entwicklung unseres Sports getroffen“.

Eugene garantiert der IAAF in einem großen Paket öffentliche Gelder des Bundesstaates Oregon, finanzielle Unterstützung durch das Olympische Komitee der Vereinigten Staaten und einen lukrativen TV-Vertrag inklusive landesweiter Übertragung durch den Fernsehsender NBC. „Wir können eine Menge Vorteile aus einer einzigartigen Chance ziehen, die so vielleicht nie mehr wiederkommt“, sagte Diack. „Ich weiß, dass diese Entscheidung von dem üblichen Prozedere einer WM- Vergabe abweicht. Aber ich freue mich, dass meine Council-Kollegen diese außergewöhnliche Gelegenheit erkannt haben.“

Eine ähnliche Entscheidung ohne Bewerbungsverfahren hat der Weltverband schon einmal getroffen, als er die WM 2007 an Osaka in Japan vergab, um den asiatischen Markt zu erobern. Eugene war im vergangenen November mit einer Bewerbung um die WM 2019 gescheitert, den Zuschlag erhielt Doha in Katar. Anschließend präsentierten die Amerikaner der IAAF in den vergangenen Monaten ihr neues Konzept. In diesem Jahr finden die Weltmeisterschaften vom 22. bis 30. August in Peking statt.

Aber es gibt auch Kritik an dem Vorgehen des Weltverbands. „Ich muss sagen, ich bin sehr überrascht“, sagte Svein Arne Hansen, Präsident des europäischen Verbandes EAA, „So eine Entscheidung wäre in der europäischen Leichtathletik nicht möglich, da wir ein umfassendes Ausschreibungsverfahren haben, dem sich alle Kandidaten unterwerfen müssen.“ Hinter der Entscheidung für Eugene vermuten Kritiker kommerzielle Gründe.

Besonders in Göteborg reagierte man `zutiefst enttäuscht und verärgert“. Die WM ohne richtige Ausschreibung zu vergeben, sei ein „Verstoß gegen alle Fair-Play-Kriterien, die alle Aspekte unseres Sports regieren sollten. Diese heimliche Entscheidung kann in keiner Weise im Interesse der Leichtathletik sein“, sagte Björn Eriksson, Präsident des schwedischen Verbandes.

dpa/SID

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