Jamaikaner in der Favoritenrolle

200 Meter: Showdown zwischen Bolt und Gatlin

Bolt Gatlin Leichtathletik WM 200M
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Am Donnerstag steigt das zweite Duell zwischen Bolt (r.) und Gatlin.

Peking - Nach seinem Sieg über 100 Meter will Superstar Usain Bolt seinen Rivalen Justin Gatlin nun auch über die doppelte Distanz schlagen. Zweifler gibt es nur wenige.

Bolt gegen Gatlin Teil II: Nur vier Tage nach dem 100-Meter-Sieg des amtierenden Weltmeisters, Olympiasiegers und Weltrekordhalters aus Jamaika kommt es schon am Donnerstag (14.55 Uhr/ARD und Eurosport) über die doppelte Distanz zur großen Revanche. „Ich freue mich auf dieses Rennen. Das ist das, was jeder sehen will“, sagte Usain Bolt nach seinem lockeren Spaziergang in das 200-Meter-Finale der Leichtathletik-WM in Peking.

Ihr Halbfinal-Läufe gewannen beide Rivalen am Mittwochabend (Ortszeit) gleichermaßen souverän. Bolt siegte in 19,95 Sekunden vor dem Südafrikaner Anaso Jobodwano (20,01). Justin Gatlin lief in 19,87 Sekunden zunächst Alonso Edward aus Panama (20,02) und dann auch noch kommentarlos den wartenden Journalisten davon.

Bolt: "Ich bin bereit"

Während vor dem 100-Meter-Finale noch eine Mehrzahl der Experten auf den 33 Jahre alten Amerikaner getippt hatte, ist sich diesmal fast jeder sicher: Bolt wird im „Vogelnest“ von Peking den zehnten WM-Titel seiner Karriere gewinnen. Die 200 Meter sind seine Lieblingsstrecke. „Das ist mein Event, das bedeutet mir sehr viel. Ich bin bereit“, sagte der 29-Jährige nach dem Halbfinale. Auch die Sorgen über seine möglicherweise mangelnde Fitness nach den diversen Verletzungsproblemen der vergangenen Monate waren nach diesem Rennen wieder verflogen. „Das war heute ein Fortschritt, ich fühle mich deutlich besser als nach dem Vorlauf“, meinte Bolt.

Hinzu kommt noch die psychologische Wirkung des ersten Duells. Die erste Niederlage seit September 2013 hat Gatlin sehr viel von seinem fast schon überbordenden Selbstvertrauen gekostet. Am Sonntagabend hatte allein die Anwesenheit von Bolt zwei Bahnen weiter schon eine einschüchternde Wirkung auf ihn.

Gatlin: Doping-Vergangenheit lässt ihn nicht in Ruhe

Auch die permanente Kritik durch Medien und auch andere Athleten wegen seiner Vergangenheit als zweifach überführter Doper setzt dem Amerikaner immer mehr zu. Während der Siegerehrung zum 100-Meter-Finale attackierte er noch vom Podest aus einen Mann auf der Tribüne, der dort zuvor Gatlins Mutter beschimpft hatte. Am Mittwoch fühlte sich dann sein Manager Renaldo Nehemiah zum zweiten Mal binnen weniger Tage genötigt, den hochumstrittenen Sprinter öffentlich zu verteidigen. Man solle ihn endlich als „normalen Menschen“ behandeln und nicht ständig die „Hauptlast der ganzen Doping-Debatte tragen lassen“, sagte der frühere Weltrekordhalter über 110 Meter Hürden der BBC.

Immerhin zwei Statistiken lassen Gatlin auf eine Revanche gegen den Titelverteidiger hoffen. Er hält noch immer die Weltjahresbestzeit über 200 Meter, sie liegt bei 19,57 Sekunden. Außerdem gewann er das bislang einzige Duell der beiden über diese Distanz klar - auch wenn das schon zehn Jahre zurück liegt. Bei der WM 2005 in Helsinki holte Gatlin seinen vorerst letzten großen Titel - und ein damals erst 18 Jahre alter Bolt konnte von Schmerzen im Oberschenkel geplagt nur über die Ziellinie humpeln.

dpa

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