Das letzte Hurra der alten Garde um Lahm - "Sehnsucht"

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Philipp Lahm will noch einmal die Champions League gewinnen. Foto: Daniel Karmann

2018 ist für Philipp Lahm definitiv Schluss. Die Champions League bleibt bis dahin der große Antrieb - nicht nur für den Kapitän. Auch Alonso, Ribéry und Robben biegen auf die Zielgerade ein. Ein Umbruch bahnt sich an beim Rekordchampion. Die "Mittelschicht" muss ran.

Chicago (dpa) - Gezeichnet von der anstrengenden Trainingsarbeit in der drückenden Hitze von Chicago stapfte Philipp Lahm vom Rasen im Soldier-Field-Stadion. Der Kapitän des FC Bayern arbeitet nach seinem ersten freien Turniersommer seit 2004 mit Volldampf für den letzten großen Traum als Profi.

"Meine Karriere ist nicht mehr so lang. Und mein großes Ziel ist es definitiv, noch einmal die Champions League zu gewinnen", erklärte der Fußball-Weltmeister von 2014 auf der USA-Reise des deutschen Rekordmeisters. Der Wembley-Triumph 2013 gegen Borussia Dortmund soll kein einmaliges Erlebnis bleiben.

"Die Sehnsucht ist groß", gestand Lahm nach der ersten Übungseinheit in den Vereinigten Staaten. Und der 32-Jährige, der sein Karriereende fix für den Sommer 2018 terminiert hat, steht im Münchner Starensemble nicht allein mit dem Streben nach der finalen Krönung einer von zahlreichen Erfolgen geprägten Laufbahn. Auch Franck Ribéry (33), Arjen Robben (32) und Xabi Alonso (34) bleibt nicht mehr viel Zeit für ein letztes Hurra in Europa.

"Es betrifft bei uns ein paar Spieler, die immer noch im guten Fußballalter sind, die aber in ihrer aktiven Karriere dem Ende entgegengehen", bemerkte Lahm, mit dem Zusatz: "Was nicht heißt, dass wir nicht noch auf absolutem Topniveau spielen können."

Noch zählt das Ü30-Quartett zu den Leistungsträgern, die das Spiel des FC Bayern prägen und die Mannschaft führen können. Aber die Verträge von Alonso, Ribéry und des erneut verletzten Robben laufen in einem Jahr aus - Verlängerung offen. Lahms Kontrakt endet 2018.

Es bahnt sich ein nächster großer Umbruch in München an. "Das Gute ist, dass es bei uns eine Mittelschicht gibt", beruhigt Lahm jedoch: "Es gibt nicht nur alte und junge Spieler, sondern wir haben auch die dazwischen wie Thomas Müller, Jérôme Boateng oder auch einen David Alaba. Sie haben auch schon sehr viel Erfahrung in ihrem Alter."

Zum Kreis der Mittelschicht gesellt sich künftig Weltmeister Mats Hummels, für dessen Rückkehr nach München der FC Bayern rund 35 Millionen Euro an Borussia Dortmund gezahlt hat. "Mats Hummels ist ein erfahrener Spieler. Er hat schon früher bei Bayern München gespielt und kommt jetzt zurück. Er ist ein gestandener Nationalspieler, deswegen wird er sicher für uns mit seiner Erfahrung sehr wichtig sein in der Zukunft", urteilte Lahm.

Vorerst gibt noch er als Kapitän den Ton an und die Richtung vor. Auch Ribéry blüht unter dem neuen Trainer Carlo Ancelotti sichtlich auf. Der Franzose verbreitet in jeder Trainingseinheit und in jedem Testspiel pure Spielfreude. "Ich fühle mich gut", sagte der Franzose am Mittwoch in Chicago. Unter Ancelotti fühle er sich wieder "frei" auf dem Platz, so wie einst unter Ottmar Hitzfeld und später bei Jupp Heynckes, mit dem 2013 das historische Triple gelang. "Alle Spieler wollten für Jupp alles tun, alles geben", erinnerte Ribéry.

"Wenn man einmal die Champions League gewonnen hat und häufiger im Finale war, dann weiß man, wie schön das ist. Aber wie schwierig das ist, wissen wir auch alle", sagte Lahm mit Blick auf das dreimalige Scheitern im Halbfinale seit dem Titelgewinn vor drei Jahren.

Unter Champions-League-Fachmann Ancelotti, der als Trainer mit dem AC Mailand (2003, 2007) und Real Madrid (2014) dreimal die Königsklasse gewinnen konnte, soll sich der letzte Titeltraum für die reife Bayern-Garde um Lahm erfüllen. Ribéry setzt eindeutig auf den Faktor Ancelotti: "Wenn du einen so wichtigen Titel wie die Champions League gewinnen willst, brauchst du einen Trainer, der dir ein gutes Gefühl gibt." Unter Pep Guardiola war das bei ihm wohl nicht ganz der Fall.

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