Interview mit der Dressurreiterin

Lisa Müller: "Thomas sollte sich lieber nichts abschauen"

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Sportliches Paar: Fußball-Profi Thomas Müller und seine als Dressurreiterin aktive Ehefrau Lisa sind seit sechseinhalb Jahren verheiratet.

München - Nicht nur Thomas Müller ist aktuell gefordert. Auch für Lisa, Ehefrau des Bayern-Stars, steht ein wichtiges Wochenende an. Die Dressurreiterin greift gleich zwei Mal an.

Natürlich, sagt Lisa Müller, drückt sie ihrem Thomas die Daumen. "Ich hoffe, dass sie am Samstagnachmittag endlich auch offiziell Deutscher Meister sind", meint die 26-jährige Ehefrau des FC-Bayern-Stars. Vorher aber steht sie selbst im Mittelpunkt: Bei der Pferd International in München-Riem von Donnerstag bis Sonntag misst sich die professionelle Dressurreiterin auch heuer mit der internationalen Elite des Pferdesports. Ihren Wallach Dave führt sie am Donnerstagmittag beim Drei-Sterne-Grand-Prix ins Viereck, mit Wallach Stand By Me startet sie am Samstag in der Früh im Nürnberger Burg-Pokal. Die tz traf Lisa Müller vor dem Auftakt des größten süddeutschen Reitfestivals.

Frau Müller, im vergangenen Jahr feierten Sie Ihre Premiere auf der Pferd International, erhielten das Goldene Reitabzeichen. Worauf freuen Sie sich diesmal am meisten?

Müller: Einfach auf die Topbedingungen. Die Pferde stehen hier wirklich sicher, haben ihren eigenen Wachmann. Auch die Böden sind top zu bereiten - und zwar egal, wie viel es regnet oder wie trocken es ist. Und die Nähe zwischen Abreit- und Prüfungsplatz ist super, genauso wie das Weitläufige. Es ist einfach ein tolles Flair.

Wer ist in der Dressur Ihre stärkste Konkurrenz?

Müller: Natürlich Isabell (Werth, d. Red.). Sie ist die beste Reiterin, die es gibt. Ich glaube, keiner hat so viel geschafft und so viele Pferde ausgebildet wie sie. Sie hat ein Talent sondergleichen.

Ist die 46-Jährige deshalb Ihr Vorbild?

Müller:Ja, ich möchte irgendwann gerne so gut reiten können wie sie. Isabell weiß schon fünf Minuten vor dem Pferd, was es tun wird - und was sie tun muss, um es zu korrigieren. Ich bin da immer noch fünf Minuten zu spät. (lacht)

Wie kann Ihnen in diesen Situationen vielleicht auch Ihr Mann Thomas (26) helfen?

Müller: Indem er einfach da ist und mich aufbaut. Wenn bei mir die Nerven ein bisschen blankliegen, dann ist er gelassen und entspannt.

Und was nehmen Sie vom Fußballer Thomas Müller für Ihren Sport mit?

Müller: Im Spiel selbst ist er immer sehr fokussiert. Er weiß dann, worum es geht und kann noch mal Kräfte aktivieren. Ich kriege das in der Prüfung so noch nicht hin.

Was kann Ihr Mann umgekehrt von Ihnen lernen?

Müller (lacht): Er sollte sich von mir lieber nichts abschauen, sonst wird das mit den Titeln nichts. Bei mir ist es nämlich eher so, dass ich mir denke: Ich reite da jetzt mal rein und dann gucken wir, was passiert.

Wenn Sie über Pferde sprechen, dann strahlen Sie richtig. Was würden Sie heute tun, wenn Sie nicht reiten würden?

Müller: Das kann ich mir nicht vorstellen. Pferde sind mein Leben und vor allem meine Freunde. Pferde tragen einem nichts nach, verstehen einen, hören zu. Und es gibt so viele Sachen, die Pferde für einen machen. Alleine, dass sie mit mir durch das Dressurviereck tanzen, das müssten sie ja nicht. Das ist schon toll.

Wie entscheidend ist, dass Ihr Mann das genauso sieht?

Müller: Das ist sehr wichtig, die Arbeit mit Pferden beansprucht viel Zeit. Und wenn ich sechs Stunden oder auch länger am Tag im Stall stehe, wäre das für jemanden, der das nicht verstehen kann, sicher schwierig.

Trotzdem ist es Ihnen bisher nicht gelungen, Thomas in den Sattel zu kriegen, oder?

Müller (grinst): Also, ­geschafft habe ich es schon mal. Aber so richtig reiten, das wird er dann erst nach seiner Karriere.

Interview: Sina Ojo

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