Lob für EM-Team: Handballer können "große Ära" einläuten

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DHB-Leistungssportchef Bob Hanning ist mit der Leistung der Nationalmannschaft bei der EM hochzufrieden. Foto: Friso Gentsch

Beobachter der Handball-EM in Polen sind angetan vom deutschen Team. Die erfrischende Spielweise der jungen Mannschaft nährt Hoffnung auf eine erfolgreiche Zukunft. Ex-Bundestrainer Bredemeier hält eine "große Ära" für möglich.

Hamburg (dpa) - Die deutsche Handball-Nationalmannschaft sorgt bei der EM in Polen bei Experten und Zuschauern für Begeisterung. Unabhängig vom Erreichen des Halbfinales heißt es nahezu unisono: Top-Team, diese jungen Heißsporne!

Als "eine große Überraschung, wenn nicht gar die größte der EM überhaupt", sieht Horst Bredemeier das DHB-Team. "Das kann eine Mannschaft werden, die wieder eine große Ära des deutschen Handballs einläutet." Der frühere Bundestrainer (1989 bis 1992) wagt einen Vergleich mit dem deutschen Team, das von 2002 bis 2004 den EM-Titel, WM- und EM-Silber geholt hat. "Diese Potenzial sehe ich wieder", betonte Bredemeier.

Auch der Isländer Alfred Gislason ist angetan: "Deutschland hat richtig gut gespielt", lobte der Trainer des deutschen Rekordmeisters THW Kiel die Truppe seines Landsmannes und Kollegen Dagur Sigurdsson. "Die bisherigen Leistungen waren beachtlich für eine solch junge Mannschaft."

Das Tief der jüngeren Vergangenheit scheint vorbei. Bob Hanning, Leistungssportchef im Deutschen Handballbund, verweist auf die Leistungskurve der deutschen Auswahl. "Bei der EM 2014 waren wir nicht dabei, an der WM 2015 haben wir nur dank einer Wildcard teilgenommen, sind dann Siebter geworden, und jetzt sind wir mindestens schon EM-Sechster. Das ist gigantisch."

Die Entwicklung der DHB-Auswahl sieht der frühere Bundestrainer Martin Heuberger, der die Mannschaft von 2011 bis 2014 führte, auch ein wenig als seinen Verdienst an. Es sei das Resultat eines konzeptionellen Umbruchs, der auch von ihm eingeleitet worden sei, sagte der 51-Jährige. "Es macht Spaß, die Jungs zu sehen, die ich selber mitentwickelt habe." Dem Trainer des Junioren-Weltmeisters von 2011 hatte in der Männer-Auswahl jedoch das Glück gefehlt.

Als Ursache für den Aufschwung gerade der jungen Spieler im Team sieht Heubergers Vorgänger Heiner Brand (1997 bis 2011) die Aufgaben, die die Spieler in ihren Heimatvereinen zu lösen haben. "Alle unsere Spieler haben schon zentrale Positionen in ihren Vereinen und müssen dort auch viel Verantwortung übernehmen. Diese Wettkampfhärte haben wir in den letzten 40 Jahren nicht gehabt", sagte Brand der Münchner "Abendzeitung". "Die letzte Generation, die mit 20 Jahren schon so weit war, war die Generation Erhard Wunderlich/Manfred Freisler/Arnulf Meffle, als wir 1978 Weltmeister wurden."

Der frühere Weltklasse-Torhüter Wieland Schmidt, Olympiasieger 1980, ist angetan wie lange nicht: "Ich bin begeistert, mit welchem Schwung und welcher Euphorie die Mannschaft den Handball in Deutschland gerade präsentiert. Man sieht, dass das Gefüge im Team stimmt und der Trainer eine tolle Arbeit leistet."

Nationaltorhüterin Katja Kramarczyk vom HC Leipzig blickt über den Tellerrand hinaus: "Generell ist das starke Auftreten für den deutschen Handball enorm wichtig, auch um wieder mehr Aufmerksamkeit für die Sportart zu erzeugen." Nicht nur Handballer sind begeistert, auch die Fußballer schauen gern zu den Kollegen. "Haut rein, vertretet Deutschland gut", sagte Nationalspieler André Schürrle vom VfL Wolfsburg. Sein Vereinskollege Dante fordert: "Jungs, gebt Gas. Alles Gute!"

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