Spektakel im Fußballstadion

Weltrekord beim "Tag des Handballs"

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Der Handball als Frankfurter Massen-Spektakel hat im Verband bereits den Wunsch nach einer Wiederholung geweckt.

Frankfurt/Main - Der „Tag des Handballs“ hat Maßstäbe gesetzt und als Höhepunkt einen Zuschauer-Weltrekord aufgestellt. 44 189 Besucher sahen den Sieg von Bundesliga-Spitzenreiter Rhein-Neckar Löwen.

Verbandspräsident Bernhard Bauer stand auf der provisorischen Fernsehkommentatoren-Empore und blickte ins weite Oval der Commerzbank-Arena. 44 189 Handball-Zuschauer bevölkerten die Tribünen - eine offizielle Weltrekordzahl - und sahen den 28:26 (17:8)-Sieg der Rhein-Neckar Löwen in der Bundesliga gegen den HSV Hamburg. Der krönende Abschluss für den „Tag des Handballs“ in Frankfurt am Main brachte den obersten Funktionär des Deutschen Handballbundes (DHB) ins Schwärmen.

Prominentenspiel lockt die Zuschauer an

„Das war ein rundherum gelungener Tag für den Handball. Es war richtig, diesen Weg zu gehen. Das Wagnis hat sich gelohnt“, sagte er. Die alte Bestmarke waren 36 651 Besucher im Mai 2011 im Bröndby-Stadion in Kopenhagen beim dänischen Meisterschaftsfinale zwischen AG Kopenhagen und BSV Bjerringbro-Silkeborg.

Zum zweiten Mal nach 2004 AufSchalke mit dem Spiel TBV Lemgo gegen THW Kiel hatte sich der Handball in ein Stadion der Fußball-WM 2006 gewagt - nur diesmal noch weit größer als vor zehn Jahren mit den 30 925 Zuschauern und nur einer Partie. Denn vier Jugendturniere mit 80 Mannschaften und ein intensiv beworbenes Prominentenspiel mit illustren Akteuren wie den Comedians Oliver Pocher und Elton oder die Ex-Fußballer Christoph Metzelder und Marko Rehmer sowie einstigen Weltklasse-Handballern im Vorfeld der Bundesliga-Partie machten die Veranstaltung zu einer gewaltigen Imagekampagne für eine Sportart, die über den Sommer so manche Negativschlagzeile produzierte.

„Der Handball versteht es immer, seine Erfolge mit dem Hintern wieder einzureißen“, sagte Uwe Schwenker, Präsident des Ligaverbandes HBL. Die sportlich verpasste WM-Qualifikation, die Bundestrainer-Suche oder auch das Lizenz-Hickhack um den HSV Hamburg hätten den Champions-League-Sieg der SG Flensburg-Handewitt oder die spannendste Meisterschaftsentscheidung der Bundesliga-Geschichte in den Hintergrund gedrängt. „Jetzt geht es wieder in die richtige Richtung“, sagte Schwenker und fügte etwas leiser an: „Aber das war ja auch nicht so schwer.“

Spieler schwärmen von "toller Atmosphäre"

Der Handball als Frankfurter Massen-Spektakel hat im Verband bereits den Wunsch nach einer Wiederholung geweckt. Präsident Bauer schwebt vor, den „Tag des Handballs“ wie das Deutsche Turnfest, das alle vier Jahre stattfindet, als ständige Einrichtung zu installieren. „Das geht nicht jedes Jahr, denn es soll sich ja nicht abnutzen. Es soll etwas Besonderes bleiben“, erklärte er. Dann sollten sich auch andere Sparten wie Beach-Handball präsentieren können. Christian Fitzek, Geschäftsführer des HSV Hamburg, ist da eher skeptisch: „Ich weiß nicht, ob man so etwas wiederholen kann. Aber man sollte es versuchen.“

Erst einmal blieb aber das Premieren-Event haften. „Beim Einlaufen war das eine tolle Atmosphäre“, schwärmte Nationalspieler Patrick Groetzki. Mit seinen Löwen feierte er den vierten Bundesliga-Sieg im vierten Spiel - der Vorjahreszweite ist ohne Punktverlust Tabellenführer. Abseits des Großereignisses in der Commerzbank-Arena haben zwei Aufsteiger für Achtungszeichen gesorgt: Der HC Erlangen ergatterte beim 25:25 (13:13) gegen den Bergischen HC seinen ersten Punkt, rutschte nach den Sonntagsspielen dennoch auf den letzten Platz. Und die SG BBM Bietigheim feierte durch das 27:23 (12:10) gegen GWD Minden gar den ersten Bundesliga-Sieg.

Während die SG Flensburg-Handewitt mit einem 28:22 (12:9) gegen Taubate HC am Sonntag in den Super Globe startete, schafften die Füchse Berlin in der Liga den zweiten Saisonsieg. Der Pokalsieger besiegte den VfL Gummersbach mit 30:27 (15:12). „Es war super, wie sich unser Team über die Abwehr zurückgekämpft hat. Wir haben am Schluss verdient gewonnen“, urteilte Füchse-Trainer Dagur Sigurdsson. Einen großen Anteil an dem Erfolg hatte Neuzugang Petar Nenadic mit acht Toren.

Der SC Magdeburg rettete mit einem Siebenmeter in letzter Sekunde durch Robert Weber ein 32:32 (18:18)-Unentschieden. Auch Balingen-Weilstetten trennte sich von TuS N-Lübbecke mit 23:23 (9:12) remis. Das bisherige Schlusslicht TSG Friesenheim schaffte beim 27:24 (10:12) gegen den TSV Hannover-Burgdorf den ersten Saisonsieg und kletterte auf Rang 17. MT Melsungen siegte 35:30 (21:15) gegen den TBV Lemgo.

dpa

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