Er wurde 80 Jahre alt

Ex-DSB-Präsdent von Richthofen ist tot

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Manfred von Richthofen war 12 Jahre lang Präsident des DSB

Berlin - Manfred von Richthofen ist tot. Der frühere Präsident des Deutschen Sportbundes (DSB) starb am 1. Mai im Alter von 80 Jahren in Berlin.

Er integrierte, polarisierte und scheute niemals das offene Wort im Sinne des Sports: Manfred von Richthofen, der langjährige Präsident des Deutschen Sportbundes (DSB) und streitbare Kämpfer, ist am 1. Mai in seiner Heimatstadt Berlin gestorben. Am 7. Februar hatte der Neffe des legendären gleichnamigen Fliegerbarons noch die Glückwünsche zu seinem 80. Geburtstag entgegengenommen.

„Mit großer Bestürzung und tiefer Trauer müssen wir mitteilen, dass (...) Manfred von Richthofen (...) verstorben ist“, schrieb der Berliner LSB-Präsident Klaus Böger am Freitagnachmittag in einer offiziellen Mitteilung: „Der deutsche und der Berliner Sport verlieren eine bedeutende Persönlichkeit, der wir viel zu verdanken haben.“

Frank Steffel, der Präsident des von dem Verstorbenen besonders gewertschätzten Handball-Bundesligisten Füchse Berlin, trauerte um „einen väterlichen Freund. Mit seinen klugen Ratschlägen hat er mir in den vergangenen 25 Jahren oft geholfen. Ich bin ihm zu tiefem Dank verpflichtet.“

Mit seinen kritischen Einwänden hatte sich der Ehrenpräsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) stets Respekt und Gehör verschafft. „Seine Meinung hat im deutschen Sport Gewicht. Manfred von Richthofen hat sich als Sportpolitiker um vielfältige Themen große Verdienste erworben, besonders für das Thema Breitensport/Sportentwicklung steht er aber wie kaum ein Zweiter“, hatte DOSB-Präsident Alfons Hörmann anlässlich des 80. Geburtstags im Februar gesagt.

Von Richthofen, vor der Fusion des DSB mit dem Nationalen Olympischen Komitee (NOK) 2006 zwölf Jahre lang Chef des DSB, hatte zuletzt im Vorfeld der Olympischen Spiele in Sotschi seine Stimme erhoben und das IOC aufgefordert, seine Vergabekriterien zu ändern. „Es sollte die nächsten drei, vier Winterspiele an traditionelle Wintersportorte vergeben, in denen diese Unmengen an Kosten nicht entstehen“, hatte von Richthofen gesagt.

Geprägt war von Richthofens Amtszeit von der Dauerfehde mit den NOK-Präsidenten Walther Tröger (bis 2002) und Klaus Steinbach (bis 2006). Nachdem er 1996 beim Versuch gescheitert war, die Fusion von NOK und DSB herbeizuführen, ging sein Wunsch zehn Jahre später mit der DOSB-Gründung doch noch in Erfüllung.

Begonnen hatte der Unternehmer seine Laufbahn als Sportfunktionär im Jahr 1969 als Direktor des LSB Berlin, dessen Präsident er 1985 wurde. Seit 1983 gehörte er außderm dem NOK von Deutschland an. In den 90er Jahren war von Richthofen maßgeblich an der Aufarbeitung des von Doping und Stasi durchzogenen DDR-Sports beteiligt. Vieles ließ sich der ehemalige Gymnasiallehrer mit Vorliebe für Maßanzüge und Seidenkrawatten nachsagen, aber nicht, „dass ich an dieser Stelle zaghaft war“.

Stets sorgte sich von Richthofen vor allem um den Sport im Verein, an einen Bedeutungsverlust der Vereine in Zeiten des wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Wandels mochte er nie glauben. „Der ganze Sport wird auch in Zukunft mit den von der Ehrenamtlichkeit getragenen Vereinen stehen und fallen“ - so lautete sein Credo. Seine eigenen sportlichen Aktivitäten hatte der ehemalige Hockey-Oberligaspieler in seinen späten Jahren aufs Spazierengehen reduziert.

sid

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