Sieg bei Players Championship

Martin Kaymers sportliche Auferstehung

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Golf-Profi Martin Kaymer ist wieder da.

Ponte Vedra Beach - Am Muttertag hat Golfprofi Martin Kaymer seine sportliche Auferstehung gefeiert. Der 29-Jährige gewann die Players Championship und beendete damit eine lange Durststrecke.

Als der Siegputt nach vier langen Tagen endlich im Loch war, schickte Martin Kaymer mit einem Blick gen Himmel einen Gruß an seine tote Mutter, machte eine Faust und umarmte seinen Caddie Craig Connelly: Am Muttertag feierte Deutschlands bester Golfer mit dem Start-Ziel-Sieg bei der Players Championship in Ponte Vedra Beach/Florida seine sportliche Auferstehung.

„Dieses Turnier am Muttertag zu gewinnen, ist so etwas wie das i-Tüpfelchen. Ich denke jeden Tag an sie“, sagte Kaymer nach seinem ersten Tour-Sieg seit 30 Monaten sichtlich bewegt. Im Mai 2008 war Rina Kaymer ihrer Krebserkrankung erlegen, Mutter und Sohn verband ein inniges Verhältnis.

Beim „fünften Major“ auf dem schweren Par-72-Kurs im TPC Sawgrass präsentierte sich Martin Kaymer an den vier Tagen regelrecht runderneuert - nervenstark und mit stabilem Spiel. Selbst durch eine kurze Schwächephase nach einer Gewitterunterbrechung auf der letzten Runde ließ sich der Rheinländer nicht stoppen.

Nach einem missratenen Abschlag an der 15 musste Kaymer einen Doppel-Bogey quittieren, seine komfortable Führung war dahin. „Es ist immer schwer, nach einer Unterbrechung wieder ins Spiel zu kommen“, sagte Kaymer, dem plötzlich Jim Furyk mit nur einem Schlag Rückstand dicht im Nacken saß. Allerdings hatte der Amerikaner seine Runde (66) bereits beendet und war zum Zuschauen verdammt.

1,8 Millionen Dollar für Martin Kaymer

So erlebte er Kaymers Glanzschlag an der 17 im Klubhaus vor dem Fernseher mit. Aus knapp neun Metern musste Kaymer zum Par einlochen, Furyk hatte sich wohl gedanklich bereits auf ein Stechen eingestellt. Doch Kaymers Putt lief nach einem gewaltigen Break ins Loch, Furyk musste sich mit 276 Schlägen und Platz zwei zufrieden geben. Dritter wurde mit 277 Schlägen der Spanier Sergio Garcia, der das höchstdotierte Tour-Turnier der Welt (10,0 Mio. Dollar/7,26 Mio. Euro) 2008 gewonnen hatte.

 „Es geht in der entscheidenden Phase nicht darum, wer gutes oder schlechtes Golf spielt. Die Frage ist, wer will den Sieg mehr“, sagte Martin Kaymer: „Ich wollte ihn unbedingt.“ 1,8 Millionen Dollar (1,3 Mio. Euro) waren der Lohn für seinen dritten großen Coup in den USA nach dem Major-Triumph 2010 bei der US-PGA-Championship und seinem Putt zum Sieg der Europäer 2012 im Ryder Cup in Medinah. In der Weltrangliste machte Kaymer einen Sprung von Platz 61 auf 28. Mit seiner Vorstellung im TPC Sawgrass kehrte Kaymer in die Weltklasse zurück. 2011 war er die Nummer eins der Welt, fiel nach Umstellungen im Spiel aber weit zurück. Die Erfolge blieben aus, der Druck wurde immer größer.

Am 6. November 2011 feierte er bei der World Golf Championship in Shanghai seinen bis dato letzten Toursieg, 2012 war er noch einmal beim Einladungsturnier in Sun City/Südafrika erfolgreich, ansonsten blieben Verunsicherung und Skepsis. Den Glauben an sich selbst hat Kaymer allerdings nie aufgegeben: „Ich wusste, dass ich wieder ein Turnier gewinnen kann. Das ist eine große Genugtuung. Ich habe hart gearbeitet und in den letzten Jahren Höhen und Tiefen erlebt. Im Golf kann man es eben nicht erzwingen.“

Nun darf er sogar wieder vom Ryder Cup träumen. Zumindest eine Wildcard für das Duell vom 26. bis 28. September in Gleneagles/Schottland gegen die USA scheint in Reichweite.

SID

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