Martin fährt an Gelb vorbei - Greipel sprintet zum Sieg

André Greipel hat die zweite Etappe der 102. Tour de France gewonnen. Foto: Bas Czerwinski
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André Greipel hat die zweite Etappe der 102. Tour de France gewonnen. Foto: Bas Czerwinski
André Greipel jubelt über seinen insgesamt siebten Etappensieg bei der Tour. Foto: Kim Ludbrook
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André Greipel jubelt über seinen insgesamt siebten Etappensieg bei der Tour. Foto: Kim Ludbrook
Fabian Cancellara durfte sich nach der zweiten Etappe das Gelbe Trikot überziehen. Foto: Kim Ludbrook
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Fabian Cancellara durfte sich nach der zweiten Etappe das Gelbe Trikot überziehen. Foto: Kim Ludbrook
Das Tour-Fahrerfeld auf dem Weg zum Etappenziel. Foto: Sebastien Nogier
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Das Tour-Fahrerfeld auf dem Weg zum Etappenziel. Foto: Sebastien Nogier
Auf der 2. Etappe gab es auch viel Regen und Sturm. Foto: Koen Van Weel
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Auf der 2. Etappe gab es auch viel Regen und Sturm. Foto: Koen Van Weel
Das Fahrerfeld der Tour de France passiert die Erasmus-Brücke in Rotterdam. Foto: Robin Utrecht
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Das Fahrerfeld der Tour de France passiert die Erasmus-Brücke in Rotterdam. Foto: Robin Utrecht

Was für ein Finale der zweiten Tour-Etappe! Tony Martins Traum vom Gelben Trikot platzt, weil sich Fabian Cancellara Zeitgutschriften holt. Dagegen jubelt André Greipel, der den Sprint gewinnt und seinen siebten Tour-Etappensieg feiert.

Zeeland (dpa) - Tony Martins Traum vom Gelben Trikot ist nach einer Millimeter-Entscheidung geplatzt, André Greipel sprintete dagegen auf der zweiten Etappe der 102. Tour de France zum Sieg.

Martin war den Tränen nahe. Seine Betreuer hatten bereits über das Gelbe Trikot gejubelt, ehe wenige Sekunden später die Ernüchterung einkehrte. Zum zweiten Mal binnen 24 Stunden hatte Martin das so lang ersehnte erste "Maillot Jaune" seiner Karriere nur hauchdünn verpasste.

"Das ist so bitter. Ich hatte auf Gelb gehofft, aber da kann man nichts machen", haderte der dreimalige Zeitfahr-Weltmeister mit dem unbarmherzigen Tour-Schicksal. Wenige Meter weiter jubelte dagegen sein deutscher Landsmann Greipel, der die Etappe vor Peter Sagan (Slowakei) und Fabian Cancellara (Schweiz) im Sprint gewann.

Dieser dritte Platz brachte dem Eidgenossen vier Sekunden Zeitgutschrift und damit den ersten Platz vor Martin ein. Den Kampf um Gelb will Martin aber auch nach dem neuerlichen Nackenschlag nicht aufgeben: "Ich gebe mir mindestens noch sieben Tage, um hier um das Gelbe Trikot zu kämpfen." Drei Sekunden beträgt Martins Rückstand auf Cancellara, als nächste Chance wartet nun die "Mur von Huy".

Die zweite Etappe über 166 Kilometer von Utrecht nach Zeeland hatte es aber auch in sich. Martin hatte mit 25 weiteren Fahrern das Feld auseinandergerissen. Auch der australische Auftaktsieger Rohan Dennis, der am Vortag das Zeitfahren bei tropischen Temperaturen vor Martin gewonnen hatte, musste abreißen lassen und verlor viel Zeit.

So kam es an der Nordseeküste nur zu einem kleinen Sprint einer ausgewählten Gruppe - und da hatte Greipel die größten Reserven. Das Kraftpaket aus Rostock übersprintete Topfavorit Mark Cavendish, der Vierter wurde, und feierte seinen siebten Tour-Etappensieg. Erfolgreicher waren nur Erik Zabel (12), Marcel Kittel und Rudi Altig (jeweils 8).

"Unser Ziel war der Etappensieg. Cavendish war zu früh im Wind. Ich konnte sein Hinterrad halten und im richtigen Moment vorbeifahren", sagte Greipel, der erstmals auch das Grüne Trikot eroberte. Im letzten Moment zog Cancellara auch an Cavendish vorbei und holte damit zum 29. Mal das Gelbe Trikot.

Einen ersten Dämpfer mussten zwei der vier Topfavoriten einstecken: Vorjahressieger Vincenzo Nibali, dessen Astana-Team gleich zum Auftakt wegen des zu niedrigen Cortisol-Wertes von Lars Boom negativ aufgefallen war, und der kolumbianische Kletterspezialist Nairo Quintana verloren bei dem Windkantenrennen jeweils 1:28 Minuten auf die Spitzengruppe. Dagegen erreichten 2013-Champion Christopher Froome und Girosieger Alberto Contador das Ziel zusammen mit Martin.

In der Gesamtwertung ist Froome als bester der Topfavoriten 48 Sekunden hinter Cancellara Zehnter. Contador liegt auf Platz 14 (1:00), Nibali (2:09) und Quintana (2:27) belegen die Ränge 33 und 44.

Von einer langweiligen Flachetappe konnte am Sonntag keine Rede sein. Dafür hatte schon der Wetterumschwung in den Niederlanden gesorgt. Wind und Regen machten die Verhältnisse unberechenbar und eröffneten Martin die Chance auf Gelb. Der dreimalige Zeitfahr-Weltmeister, der ohnehin kühlere Bedingungen liebt, fuhr ein cleveres Rennen und hielt sich immer im Vorderfeld auf. "Wir haben diese Etappe mit unserem Team grandios gemeistert, waren stark vertreten und haben unsere Chance genutzt", sagte Martin.

Gut 50 Kilometer vor dem Ziel landeten Martins Etixx-Team und die Saxo-Tinkoff-Mannschaft um Contador dann die entscheidende Attacke, als das Feld auseinanderriss. Es war eine exquisite Gruppe, die sich gebildet hatte. Schließlich gehörten auch der viermalige Zeitfahr-Champion Cancellara und Sagan den Ausreißern an.

Dennis hatte dagegen nicht aufgepasst und musste wie viele prominente Fahrer den Kontakt abreißen lassen. Nibali versuchte mit seiner Astana-Mannschaft den Schaden in Grenzen zu halten, was aber gerade bei dem starken Wind kaum gelang.

Es war ohnehin nicht das Wochenende der höchst umstrittenen kasachischen Mannschaft, die mit dem Fall Boom die Tour de France mal wieder brüskiert hatte. Boom war beim Gesundheitscheck vor dem Tour-Auftakt mit einem zu niedrigen Cortisol-Spiegel aufgefallen, was nicht zwingend ein Indiz für ein Dopingvergehen ist.

Die dritte Etappe findet am Montag auf belgischem Terrain statt. Über 157 Kilometer geht es von Antwerpen nach Huy, wo der Schlussanstieg mit durchschnittlich 9,6 Prozent Steigung wartet.

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