NADA-Vorsitzende: WADA zum "Papiertiger" degradiert

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Andrea Gotzmann sieht durch die IOC-Entscheidung zu Russland das Anti-Doping-System geschwächt. Foto: Alexander Heinl

Rio de Janeiro (dpa) - Bei der Nationalen Anti-Doping-Agentur (NADA) ist der Ärger über die IOC-Entscheidung zu Russlands Olympia-Teilnahme nicht verflogen.

Das Internationale Olympische Komitee hatte auf einen kompletten Bann verzichtet und war damit nicht einer entsprechenden Empfehlung der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) gefolgt. "Das geht in Richtung Papiertiger, das ist eine Degradierung", sagte die NADA-Vorsitzende Andrea Gotzmann in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur.

"Man hat eine Institution installiert, weil man eine Unabhängigkeit in der Anti-Doping-Arbeit wollte, und dann wird der Rat in den Wind geschlagen. Das ist eine Schwächung der WADA."

Für Gotzmann hat die IOC-Entscheidung zu einer Schwächung des Anti-Doping-Systems geführt. "Die Glaubwürdigkeit in das System ist erschüttert worden, weil die Regelwerke nicht angewendet und eine Sondersituation geschaffen wurde", sagte sie. Statt die Sache selbst in die Hand zu nehmen, sei die Startrechtgenehmigung der russischen Athleten nun "nach unten an die internationalen Verbände delegiert" worden, kritisierte Gotzmann, "mit einer Vielfalt an Einzelentscheidungen".

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