Spanier ist Favorit

Nadal vs. Djokovic: So sieht's vor dem Giganten-Duell aus

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Rafael Nadal.

Paris - Im Traumfinale von Paris am Sonntag wollen Rafael Nadal und Novak Djokovic ihre ganz persönliche Sternstunde erleben. Der Spanier peilt seinen neunten French-Open-Titel an, der Serbe möchte erstmals in Roland Garros triumphieren.

Wenn sich am Pfingstsonntag (15.00 Uhr/Eurosport) der spanische Titelverteidiger und sein serbischer Herausforderer im Stade Roland Garros messen, dann steht für die derzeit beiden besten Profis der Tennis-Welt viel auf dem Spiel.

„Ich werde die ultimative Herausforderung gegenüber des Netzes haben: Nadal“, sagte Becker-Schützling Djokovic, dem der heiß ersehnte erste Paris-Titel noch in seinem Grand-Slam-Portfolio fehlt. Alle anderen drei Majors hat der 27-Jährige mindestens einmal gewonnen - unter anderem schon viermal die Australian Open.

Für den „Djoker“ ist der achtmalige French-Open-Sieger Nadal zwar der Favorit, „aber Rafa ist nicht unschlagbar“, betonte der Weltranglistenzweite und ließ wissen: „Ich bin bereit“. Mit einem Coup in Paris würde er Nadal auch erstmals seit 6. Oktober 2013 wieder auf Platz eins des ATP-Rankings ablösen.

Das vielzitierte Momentum jedenfalls liegt auf der Seite von Djokovic. Die letzten vier Partien hat er gegen seinen ewigen Konkurrenten Nadal gewonnen. Darunter überraschenderweise auch die „Generalprobe“ vor rund drei Wochen im Finale von Rom - auf Sand. „Auf einem Belag also, auf dem sein Erzrivale am besten ist. Das war für Novaks mentale Stärke ein Schritt nach vorne“, urteilte Djokovic-Coach Becker, der selbst nie am Bois de Boulogne im 16. Bezirk triumphieren konnte.

Rekordsieger Nadal indes setzt bei seiner Jagd auf den neunten Paris-Titel und im 42. Duell mit dem Serben (22:19 Siege) auf die Magie von Roland Garros. „Novak wird selbstbewusst sein nach den letzten Ergebnissen. Aber hier hat er mich eben noch nie geschlagen“, meinte der seit Dienstag 28-jährige „Rafa“.

Das Halbfinale gegen Wimbledonsieger Andy Murray (6:3, 6:2, 6:1) nutzte Nadal in seinem „Reich“ dann auch zu einer Demonstration der wiedergewonnenen Stärke. „So schwierig war es noch nie gegen ihn“, musste der Schotte Murray nachher eingestehen. Für den Spanier war es bei seiner Lieblings-Veranstaltung der 34. Sieg in Folge und der 65. Erfolg im 66. Match.

Nach einigen Patzern zuletzt auf seinem Schokoladenbelag hat Sandplatzkönig Nadal offenbar rechtzeitig zu alter Form gefunden. „Vor einigen Wochen habe ich auf dem Court Nerven gezeigt, war ängstlicher als sonst. Aber seit Rom ging es stetig bergauf“, betonte der Linkshänder, der auch registriert haben dürfte, dass Djokovic offenbar schwächelt.

Im Semifinale gegen Ernests Gulbis (6:3, 6:3, 3:6, 6:3) brach er Mitte des zweiten Satzes körperlich ein und wirkte komplett entkräftet. „Ich habe mich plötzlich müde gefühlt, Konzentration und Kondition haben abgenommen“, berichtete Djokovic und fügte geheimnisvoll an: „Aber ich werde nicht darüber sprechen.“

Erst zwei Stunden nach dem Ende des Matches am Freitag war der 27-Jährige zur Pressekonferenz erschienen. Das „Team Nole“ wird bis zum Finale also ganze Arbeit leisten müssen, um Djokovic physisch wieder hinzubekommen. Für den mentalen Teil ist dann Becker verantwortlich. „Ich hoffe, dass ich ihm ein bisschen den Druck nehmen kann“, meinte der dreimalige Wimbledonsieger, der am Sonntag seinen vorerst größten Erfolg als Coach feiern könnte.

sid

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