tz-Reporter vor Ort

Golden State gegen Cleveland – so elektrisierend ist das Spiel der Stars

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Ganz nah dran beim Spiel in San Francisco: die tz-Reporter Andi Mayr (l.) und Stephan Adelberger.

Cleveland - Kalifornien ist bereit, die Golden State Warriors sind bereit, der gesamte US-Bundesstaat fiebert der zweiten NBA-Meisterschaft in Folge entgegen – und mittendrin ist die tz!

Mit zwei Mann haben wir die wertvollste Basketball-Trophäe der Welt schon mal in Augenschein genommen. 2:0 steht es in der Finalserie der NBA zwischen den Golden State Warriors mit Stephen Curry und den Cleveland Cavaliers um LeBron James (vier Siege sind für die Meisterschaft nötig), in der Nacht auf Freitag steigt die dritte Partie in Cleveland, auch die vierte findet hier statt. Sollten die Cavs es tatsächlich schaffen, das Top-Team der letzten zwei Jahre in ihrem Lauf zu stoppen, wartet danach wieder die gelbe Hölle auf sie – Spiel fünf findet wieder in Kalifornien statt.

Und die Oracle Arena schafft es, sogar leer den Gegnern Angst einzujagen, das wurde unseren tz-Reportern vor dem Spiel klar. Schon drei Stunden bevor hier die besten Basketballer der Welt um den Titel kämpfen, liegen 19 596 knallgelbe T-Shirts auf den Sitzen. Die gelbe Wand steht schon jetzt hinter den Warriors. Wie ein gelbes Monster, das da schlummert. 180 Minuten später erwacht es zum Leben. Wer sich kein Shirt überwirft, wird auf der Mega-Leinwand gezeigt, öffentlich gebrandmarkt und von allen anderen Zuschauern ausgebuht.

NBA-Finale: "Jeder will Warriors"

Die ganze Stadt fährt auf die Farbe ab, am Fisherman’s Wharf, dem legendären Hafenviertel, zählt man mehr Leiberl als Seelöwen, die sich an der Küste sonnen… „Jeder will Warriors-Trikots“, selbst die Touristen, sagt JaMychal, Verkäufer am Pier 39. Am besten, erklärt er, gehen die Shirts mit dem „Curry“ drauf. Das ist der kleine Scharfschütze der Warriors. Er sieht aus wie ein ganz normaler Teenager mit dünnen Beinchen und wenig Bartwuchs, hat aber schon zum zweiten Mal in Folge die Auszeichnung zum wertvollsten Spieler der NBA abgeräumt.

Auch der Slogan, der auf den Fan-Shirts prangt, kommt an. „Strength in Numbers“, frei übersetzt: „Gemeinsam sind wir stark.“ Ursprünglich war das kein Marketing-Gag, sondern der Motivationsspruch von Trainer Steve Kerr beim Amtsantritt. Das klappte so gut, dass die Warriors im Vorjahr Meister wurden und in diesem Jahr einen neuen Rekord für die meisten Siege (73) in einer Saison aufstellten. Die Marketing­abteilung erkannte das Potenzial des Slogans und strickte eine riesige Kampagne daraus. Mittlerweile liest man überall in San Francisco „Strength in Numbers“. „Es ist jetzt mehr eine kulturelle Philosophie“, sagt Kenny Lauer, Vize-Chef der Merchendise-Sparte der tz. Sein Ziel: Der Slogan soll als Symbol für diese Warriors-Ära stehen. „Ich will, dass die Leute ihren Enkeln von den Strength-in-Numbers-Jahren erzählen.“

Philipp hat seine NBA-Finals-Ticket schon seit zwei Monaten

Die Warriors vereinen tatsächlich den ganzen Bundesstaat Kalifornien, und das war immer so gewollt. Anfang der 1970er tauschte das Team den Stadtnamen – früher traten sie als San Francisco Warriors an – gegen Golden State ein, den Spitznamen Kaliforniens.

Ein Staat, ein Team – das funktioniert. Zu den Finals pilgern die Fans von überall her. Die Warriors sind zur Marke geworden, die anzieht. Philipp ist mit seinem Sohn (natürlich im Curry-Trikot) aus San José hergedüst. „Eine Stunde“, schätzt er, „haben wir gebraucht.“ Die Tickets hat er vor zwei Monaten gekauft. Zum Start der Playoffs, als keiner wusste, ob es die Warriors tatsächlich schaffen. „Ach, ich hab ihnen vertraut.“ Und er vertraut ihnen auch in Sachen Meisterparty. Da würde er auch wieder den Highway runterbrettern. Zehntausende wollen mit den Warriors durch die Straßen ziehen. Dann leuchtet nicht nur die Arena sondern eine ganze Stadt in Gelb.

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