Neuaufbau bei Biathlon-Damen gelungen

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Laura Dahlmeier holte bei der WM in der Verfolgung Rang zwei. Foto: Ralf Hirschberger

Kontiolahti (dpa) - Irgendwann beim Langlaufen in den finnischen Wäldern hat Laura Dahlmeier an ihr Olympia-Debüt im letzten Jahr denken müssen.

"Es war keine einfache Zeit. Wir wollten alle so schnell wie möglich heim. Aber das hat das ganze Team weiterentwickelt", sagte die junge Biathletin. Schmunzelnd stellte die 21-Jährige am Montag im Mannschaftshotel in Joensuu fest: "Im letzten Jahr hätte ich nicht damit gerechnet, dass ich in Kontiolahti die Silber-Medaille gewinne. Da war ich mir gar nicht sicher, ob ich an den Start gehe."

In Sotschi hatte das in den vergangenen Jahren so erfolgsverwöhnte deutsche Damen-Biathlon seinen Tiefpunkt. Während das Männer-Team immerhin Staffel-Silber und dank Kontiolahti-Weltmeister Erik Lesser auch eine Einzel-Medaille gewann, erlebte die Damen-Mannschaft bei Olympia ein historisches Debakel. Und dann war da auch noch die Affäre Evi Sachenbacher-Stehle. 

"Da habe ich vor allem am Schluss schon negative Erinnerungen. Mit dem Dopingfall, was da alles auf uns eingeprasselt ist", sagte Dahlmeier. "Es war nicht einfach, aber dadurch wird man auch erwachsener. Solche Situationen stärken einen als Sportler und auch als Mensch."

Nun ist also alles wieder gut. "Es ist jetzt ruhiger, entspannter", weiß Dahlmeier. Vor allem auch, weil der Neuaufbau gelungen ist. Denn nicht nur die mit der Verfolgungs-Medaille dekorierte Dahlmeier, sondern auch Franziska Preuß, Franziska Hildebrand, Vanessa Hinz und Luise Kummer standen in diesem Winter zumindest mit der Staffel schon auf dem Podest.

"Die Mädels haben Potenzial. Sie sind hochtalentiert, waren in ihrem Altersbereich in der Weltspitze. Sie harmonieren unheimlich gut, stehen füreinander ein. Dieses Gesamtpaket macht es aus", beschreibt Damen-Bundestrainer Hönig das Erfolgsrezept. Staffel-Gold am Freitag, das ist nun das große Ziel.

Hönig und sein Assistent Tobias Reiter haben an den Stützpunkten in Oberhof und Ruhpolding ganze Arbeit geleistet. "Wir haben nichts besonderes gemacht, wir sind auch keine Zauberer, wir haben nix mystisches gemacht", sagt Hönig. Der Coach hat immer wieder betont, das Damen-Team mit harter Arbeit für die Winterspiele 2018 aufbauen zu wollen.

Sicherlich gehört dieser jungen Truppe eine gute Zukunft, wenn nicht irgendwas passiert." Wie schnell etwas schief gehen kann, hat sich bei Laura Dahlmeier oder auch bei Miriam Gössner gezeigt. Die als Nachfolgerin von Rekordweltmeisterin Magdalena Neuner gehandelte Garmischerin Gössner stürzte vor zwei Jahren mit dem Mountainbike so schwer, dass sie noch immer nicht in Form ist.

Die Partenkirchnerin Dahlmeier verletzte sich in diesem Sommer beim Klettern. "Es ist so wie es ist", sagte sie und handelte am Tag nach ihrem Silber-Coup das Verletzungsthema kurzerhand ab.

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