Neue WM-Ziele für Vonn und Rebensburg

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Lindsey Vonn lächelte nach der Abfahrt ihre Enttäuschung weg. Foto: Stephan Jansen

Beaver Creek (dpa) - Viktoria Rebensburg blickte demonstrativ nach vorn, Lindsey Vonn setzte nach der Abfahrts-Enttäuschung bei ihrer Heim-WM das schönste Lächeln auf.

"Meine Familie ist hier, die Sonne scheint - es ist ein guter Tag", befand die US-Ski-Ikone, obwohl sie vor eigenem Publikum in ihrer stärksten Disziplin ohne Medaille geblieben war. Zweimal startete Vonn bisher als Gold-Kandidatin, zweimal verfehlte die Weltcup-Rekordhalterin ihr Ziel.

"Ich wollte den Leuten etwas Spezielles bieten", sagte Vonn, vor den Weltmeisterschaften in Vail und Beaver Creek als Medaillensammlerin Nummer eins gehandelt. Doch aus dem ambitionierten Vorhaben wurde nichts. Mehr als eine Sekunde lag Vonn am Ende hinter Weltmeisterin Tina Maze aus Slowenien, auch Anna Fenninger als Zweite und Lara Gut auf Rang drei waren zu schnell.

"Ich habe die Linie nicht getroffen, ich muss mir das Video angucken", befand die Amerikanerin mit einem aufgesetzten Strahlen. Schon Bronze im Super-G am Dienstag war angesichts der enormen Erwartungen zu wenig, dazu jetzt der Rückschlag in der Abfahrt: Was bleibt, ist einzig die Flucht nach vorn. Nicht nur für Vonn, sondern auch für Rebensburg.

Eigentlich hatte sich die beste Deutsche in der Schussfahrt ihre größten Chancen auf eine Einzelmedaille ausgerechnet, was durch die Vorresultate im Weltcup auch berechtigt war. Doch eine fehlerbehaftete Fahrt kostete alle Hoffnungen, für die 25 Jahre alte Kreutherin blieb nur ein ernüchternder zehnter Platz. "Die nächsten paar Stunden kann man sich darüber ärgern", sagte die Bayerin auf ihrem Weg aus dem Zielraum von Beaver Creek und fügte halb im Spaß an: "Vielleicht muss der ein oder andere dran glauben."

Zwei von vier Rennen hat Rebensburg noch vor sich. Das Ziel, bei ihren fünften Weltmeisterschaften endlich die erste Medaille zu gewinnen, steht nach wie vor. Am liebsten schon im Team-Wettbewerb am Dienstag, als letzte Möglichkeit bliebe noch der Riesenslalom am Donnerstag. "Wie sagen die Fußballer: Mund abwischen und weiter geht's - genau das ist das Wichtige", bemerkte Rebensburg. Gerade in ihrer schwächsten Disziplin dieser Saison, dem Riesenslalom, erkennt sie jetzt Außenseiterchancen: "Da werde ich voll pushen. Es hat mich keiner so richtig auf der Rechnung, aber mal schauen, was passiert."

Auch Vonn bleiben noch zwei Chancen: ebenfalls im Riesentorlauf - und zuvor bereits am Montag in der Kombination, in der sie dann auch einen Slalomlauf gut herunterbringen muss. Allerdings fehlt der 30-Jährigen in den technischen Disziplinen im WM-Winter noch jegliche Rennerfahrung. "Ich gebe das Beste, was ich kann", versprach Vonn, der die Zuschauer ihren Abfahrts-Misserfolg zumindest nicht übel nahmen. Jubel- statt Buhrufe gab's für die Heim-Hoffnungsträgerin.

Doch pünktlich zur WM hat Vonn ihre Ausnahmestellung verloren. "Nach ihren Erfolgen in Europa und dem Rekord, den sie erreicht hat, erwarten sich alle, das gesamte Umfeld und sie selbst natürlich auch Medaillen von ihr", sagte auch der österreichische Sportdirektor Hans Pum. "Sie hat eine gewonnen, aber es ist nicht so leicht."

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