tz-Kolumne

Heinrich heute: Der dankbare vierte Platz

München - tz-Kolumnist Jörg Heinrich betrachtet in der Rubrik "Heinrich heute" die Sportwelt. Diesmal schreibt er über den vierten Platz.

Heute wollen wir über einen Zeitgenossen sprechen, den niemand leiden kann – den undankbaren vierten Platz. Der undankbare vierte Platz ist das Hassobjekt Nummer eins von Rio. Warum gerade der vierte Platz grundsätzlich so undankbar ist, ob er vielleicht eine schwere Kindheit hatte, weiß keiner. Seine Nachbarn, der dritte und der fünfte Platz, gelten als durchaus dankbar. Nur der vierte Platz, dieser miese Charakter, ist niemals dankbar – egal, wie sehr sich die Sportler für ihn angestrengt haben. Nachdem die deutschen Teilnehmer in Rio bisher für die zweitgrößte Blechlawine des Monats gesorgt haben (nach dem Urlaubsstau auf der Salzburger Autobahn), sind weitere undankbare vierte Plätze zu befürchten. Bisher sind wir bei Olympia eh so erfolglos, dass viele schon vom „Eurovision Song Contest ohne Singen“ sprechen. Ein bisschen Siegen wäre schön.

Jörg Heinrich

Rubriklistenbild: © dpa

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