Olympiasieger erklärt Fingerzeichen

tz entschlüsselt die Geheimsprache beim Beachvolleyball

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Achtung auf den kleinen Finger: Auch Deutschlands Lars ­Flüggen gibt ­Zeichen.

Rio de Janeiro - Sie sind beim Beachvolleyball essentiell: Die Fingerzeichen bestimmen die Taktik jedes Duos. Wir erklären ihnen, was es mit den diversen Gesten auf sich hat.

Zwei Finger? Ein Finger? Eine Faust? Ein Dreieck? Für alle, die sich in den vergangenen Tagen gefragt haben, was die Beachvolleyballer hinter ihrem Rücken anzeigen, liefert die tz die Erklärung. Besser gesagt Jonas Reckermann macht dies für uns. Der 37-Jährige muss es wissen. Er ist Olympiasieger von 2012 und aktueller ZDF-Olympiaexperte in Rio.

Wer gibt die Handzeichen?

"Die Zeichen gibt immer der Blockspieler vorne am Netz. Er zeigt seinem Partner damit an, wie und welchen Gegenspieler er blocken will. Wichtig in diesem Zusammenhang: Links und Rechts gilt immer aus Sicht des Blockers", so Reckermann. Die linke Hand bezieht sich auf den linken Gegenspieler, die rechten auf den rechten.

Was bedeuten die Finger?

Reckermann: "Ein Zeigefinger bedeutet, dass der Blocker die Linie entlang abwehrt. Der Partner muss in diesem Fall die diagonale Angriffsfläche abdecken. Bei zwei Zeigefingern ist es genau andersherum. Der Blocker deckt diagonal ab, der hintere Mann die Linie entlang. Ballt ein Blockspieler die Faust, zeigt er damit an, dass er sich vom Netz löst und nicht zum Block hochspringt."

Was bedeuten Kralle, Dreieck und Co.?

Grundsätzlich gibt es, wie oben beschrieben, drei Grundhandzeichen. "Darüber hinaus hat jedes Team individuelle Abmachungen. Julius (Brink, sein Partner in London, Anm. d. Red.) und ich hatten acht verschiedene Kombinationen. Wenn ich meinen kleinen Finger und den Zeigefinger gespreizt habe, hat das beispielsweise bedeutet, dass ich links und rechts blocke und Julius die Mitte abdecken muss", erklärt Reckermann. Eine weitere Spezialität der beiden: die wilde Sau. Reckermann: "Wenn ich Julius die Handkante gezeigt habe, gab es keine Vorgaben, jeder durfte machen, was er für richtig hielt."

Wird viel spioniert?

Ganz ausschließen kann man das nie. Reckermann: "Bei den Olympischen Spielen ist mir noch nichts aufgefallen. Aber wir hatten früher, gerade in Brasilien, ab und an das Gefühl, dass von der Tribüne Hinweise an die Spieler übermittelt wurden. Wir haben dann oft die Zeichen eingestellt und uns die Anweisungen zugerufen."

Mathias Müller

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