Handballer spielt in der polnischen Liga

Deutschland gegen Polen: Was verrät "Experte" Reichmann?

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Nationalspieler Tobias Reichmann wurde mit Polens Topklub Kielce CL-Sieger.

Rio de Janeiro - Der Auftakt gegen Schweden lief für die deutschen Handballer erfolgreich, schon am Dienstag wartet Polen als nächster Gegner.

Seinen Jungs gab Dagur Sigurdsson nach dem Auftaktsieg gegen Schweden (33:29) den Nachmittag frei. Während sich Uwe Gensheimer & Co. in alle olympischen Ecken verstreuten, zog es den 43-Jährigen zurück in die Halle zur Gegnerbesichtigung. Bereits Dienstag wartet mit Polen der nächste harte Brocken. Oder ist es doch nur ein Bröckchen? Der nächste DHB-Gegner unterlag nämlich Gastgeber Brasilien mit 32:34 (13:16).

„Wir haben Polen nicht so gesehen, wie wir gedacht hatten“, sagte Sigurdsson am Abend der tz als er mit seinem Trainerteam den ersten Olympiateilerfolg bei einem Gläschen Rotwein, im Deutschen Haus Revue passieren ließ. Zugleich warnte der Isländer: „Wir werden unsere Analyse daraus ziehen. Aber ich denke, dass Polen gegen uns ein anderes Gesicht zeigen wird.“

Analysieren werden sicher auch die Polen. Auf Julius Kühn, Top­scorer im Auftaktspiel, sollten und dürften sie nach seiner starken Leistung ein besonderes Augenmerk legen. „Kann sein, aber das ist normal, da mache ich mir keine Gedanken“, sagte Kühn nach seinen sieben Schwedentreffern. „Und wenn es bei mir nicht klappen sollte, habe wir einen breiten Kader, der das auffängt.“ Zur Not springt eben Andreas Wolff ein, der gegen Schweden traf. Wie bitte? Ja, der Keeper traf ins leere Tor, als Schweden in Unterzahl einen zusätzlichen Feldspieler aufs Parkett schickte.

Reichmann kennt Polens Trainer bestens

Rein vom Selbstbewusstsein würde Wolff wahrscheinlich wirklich einspringen – er sprach ja schon vor dem Turnier, wie auch vor der EM, vom Titel. Das offiziell ausgegebene Ziel der Bad Boys ist hingegen vorerst das Viertelfinale. Mit einem Sieg gegen die Polen hätten sie dieses beinahe erreicht. Sigurdsson wollte am Sonntagabend so weit noch nicht denken. „Wir sind froh, dass wir das im ersten Spiel schon so gut hinbekommen haben“, sagte er und wirkte dabei sichtlich entspannt.

Vielleicht, weil er in der Vorbereitung aufs nächste Spiel in Rio bei Polenkenner Tobias Reichmann nachgefragt hat? Reichmann spielt beim Champions-League-Sieger Kielce, sein Klubtrainer Talant ­Dujshebaev ist in Personalunion auch Polens Nationaltrainer. Und ihm ist zu Ohren gekommen, dass Dujshebaev mit den Spielmachern der Auswahl ein paar Probleme hat, „weil es da noch nicht rundläuft“. Sigurdsson aber scheint gar keine Tipps mehr zu brauchen, er sagt nur lachend: „Er soll gut spielen. Das ist Hilfe genug.“

Mathias Müller

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