Brink und Reckermann testen Sportarten

Olympiasieger-Duo im tz-Interview: "Turnen ist schwer, Kanu sauschwer!"

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TV-Experten und Selbstversucher Julius Brink (l.) und Jonas Reckermann (r.) albern mit Turn-Star Marcel Nguyen.

München - Bei Olympia 2016 agieren Julius Brink und Jonas Reckermann als TV-Experten. Vor dem Startschuss spricht das ehemalige Beachvolleyball-Duo im Video über den Selbsttest.

Vor vier Jahren in London waren sie das deutsche Gold-Traumpaar, auch in Rio sind die Beachvolleyballer Jonas Reckermann (37) und Julius Brink (34) dabei. Den Titel werden sie diesmal sicher nicht holen: Brink/Reckermann sind als TV-Experten an der Copacabana, Jonas für das ZDF, Julius für die ARD. Im Vorfeld trafen die beiden im Zuge der Aktion Gold trifft Goldhoffnung einige hoffnungsvolle deutsche Athleten. Was sie erlebt haben und was sie von Rio erwarten, berichten sie der tz.

Gab es Athleten, die Sie überrascht haben?

Reckermann: Bei Martin Kaymer war ich mir gar nicht bewusst, was das für ein Typ ist. Er ist nicht dauernd in den Medien, deswegen kriegt man nicht so viel mit. Es hat mich extrem beeindruckt, mit welcher Hingabe er von den Olympischen Spielen gesprochen hat, er freut sich auf seinen Start wie ein kleines Kind. Robert Harting fand ich auch gut, er kommt als Lautsprecher rüber, aber er ist durchaus reflektiert. Er ist eben eine ehrliche Haut und macht es aus dem Bauch heraus.

Brink: Martins Unaufgeregtheit und seine rheinische Lockerheit fand ich genauso bewundernswert wie die Motivation und Einstellung von Robert Harting. Aber, ich fand jedes Portrait irgendwie außergewöhnlich und einfach sehr, sehr spannend.

Welche Sportart fiel euch besonders schwer?

Brink: Ich bin da ehrlich, Turnen fand ich am schwersten.

Brink (l.) und Reckermann.

Reckermann: Rennkanu ist auch sauschwer, denkt man vielleicht nicht, aber da war ich komplett hilflos und bin sofort ins Wasser gekippt. Es würde sechs Wochen dauern, bis ich mich über Wasser halten kann, diese Sportart strebe ich sicher nicht an. Auf einem Pferd geradeaus reiten geht gerade noch so, aber versuch mal nur drei Zentimeter in die Höhe zu springen, da war ich verloren.

Beachvolleyball ist groß in Brasilien: Wird es vor Ort zumindest kribbeln?

Reckermann: Nein, das war die vergangenen vier Jahre nicht so und wird auch in Rio nicht so sein. Natürlich werden Erinnerungen hochkommen, aber ich bin komplett im Reinen mit mir, habe null Wehmut und kann alles von meiner neuen Position genießen. Zumal ich wirklich nicht mehr fit bin, technisch habe ich vielleicht noch 95 Prozent, körperlich dafür nur 40 Prozent.

Brink: Mit dem Abbau von Fitness ging es schnell, auch wenn ich mich gerne fit halte, bin ich nicht mehr konkurrenzfähig. Bei mir kribbelt es definitiv. Die Spiele in Rio werden ein Meilenstein für unsere Sportart darstellen. Ich hatte vor, dort meine Karriere zu beenden, meine Verletzung zwang mich dazu, früher Schluss zu machen.

Es gibt ein Sprintbild mit Ihnen und Bolt-Plakat - werden Sie ihn sehen und gibt es etwas, das Sie nicht verpassen wollen?

Brink: Ich werde sicher auch in vielen Formaten außerhalb des Beachvolleyballs zu sehen sein. Ob es mich zur Leichtathletik verschlägt - abwarten.

Haben Ludwig/Walkenhorst das Potenzial für Gold?

Reckermann: Bei Laura und Kira wäre eine Medaille keine Überraschung, auch für Karla Borger und Britta Büthe ist es realistisch, auch wenn sie sportlich einen halben Schritt hinter den anderen beiden Mädels liegen. Bei den Männern wäre es eine Sensation, aber wer weiß, ein Team überrascht meistens bei Olympia.

Brink: Für mich sind sie auch der Goldmedaillenfavorit bei den Frauen. Bei den letzten Majors der World Tour haben sie die Top-Teams geschlagen und fahren mit den besten Voraussetzungen nach Rio.

Interview: Mathias Müller

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