Runde Sache in Rio

"Kaltschnäuzigkeit erarbeitet": Deutsches Hockey-Team ist top 

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Florian Fuchs feiert sein Tor.

Rio de Janeiro - Wahnsinn? Irre? Unglaublich? Für den Viertelfinal-Schlusssekunden-Sieg der deutschen Hockey-Herren gegen Neuseeland (3:2) reicht das alles nicht aus.

Nach 0:2-Rückstand traf Moritz Fürste (31) zweimal per Strafecke (56. und 60. Minute), ehe Florian Fuchs 0,7 Sekunden vor Abpfiff den Sieg besorgte. Schläger flogen in alle Richtungen, Fans sprangen auf der Tribüne wie von Sinnen auf und ab, und auf dem blauen Kunstrasen bildete sich ein Knäuel aus deutschen Spielern, die ihr Glück nicht fassen konnten. „So etwas habe ich noch nie erlebt“, sagte Fürste. Fuchs ergänzte: „In diesem Moment brechen alle Dämme.“ Woraus die Truppe ihre Stärke zieht, und wie sie auch am Dienstag (22 Uhr MESZ) im Halbfinale gegen Argentinien bestehen will?

„Wir haben sehr viele Spieler, die es gewohnt sind, Verantwortung zu übernehmen. Das sind nicht in jedem Spiel dieselben, aber das ist das Markenzeichen der Mannschaft. Die haben Bock, die Entscheidungen zu treffen“, erklärt Bundestrainer Valentin Altenburg (34).

"Kaltschnäuzigkeit haben wir uns in den letzten Jahren erarbeitet"

Gegen Neuseeland traf dies auf Moritz Fürste zu, der dem Team in der Halbzeit und nach dem Spiel einheizte. „Ich habe euch in der Halbzeit gesagt, dass das nicht unsere letzte Halbzeit hier ist. Jetzt möchte ich einfach, dass wir uns unsere Medaille holen“, sagte der Kapitän seinen Kollegen, die in Rio zum dritten Mal ein Spiel in der letzte Minute drehten. „Diese Kaltschnäuzigkeit haben wir uns in den letzten Jahren erarbeitet, sie lässt uns an uns und an den Erfolg der Mannschaft glauben“, sagt Fuchs.

Fürste, Fuchs oder Tobias Hauke sind die Namen, die genannt werden, wichtig sind aber alle. „Wir haben ein Netzwerk, früher war es eine Achse, heute ist es ein Netzwerk, das ist postmodern“, sagt Altenburg, der den Siegtreffer verpasste, weil er sich bereits mit dem Penaltyschießen beschäftigte.

"In den vier Jahren nach London gab es viele Reibereien"

Der Teamgeist, die Geschlossenheit, das Netzwerk – das hat sich in der Mannschaft nach dem Umbruch nach Olympia 2012 in London langsam entwickelt. Fuchs: „Das ist ein langer Prozess, in den vier Jahren nach London gab es viele Reibereien. Man darf nicht vergessen, dass das Team aus 18 unterschiedlichen Charakteren besteht. Aber wenn es etwas gibt, wird das in persönlichen Gesprächen beigelegt. Dieser lange Weg hat uns geprägt und zusammengeschweißt, und die knappen Spiele lassen uns noch enger zusammenwachsen.“

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