Das Interview der Namensvetter

Olympia 2016: Mathias Müller trifft Mathias Müller

+
Mathias Müller – links der tz-Reporter, rechts der Hockeyspieler

Rio - Es müllert im olympischen Dorf. Mit Fußball hat das ausnahmsweise nichts zu tun, sondern mit Hockey. Es kam zu einem speziellen Aufeinandertreffen zwischen dem tz-Reporter und einem Hockeycrack: Mathias Müller (30) interviewt Mathias Müller (24).

Hallo, ich bin Mathias Müller, tz-Reporter.

Müller: Freut mich, auch Mathias Müller, deutscher Hockeynationalspieler.

Sogar auch mit einem „t“ und „h“, ich bin begeistert. Bei der Namensgleichheit, wollen wir uns duzen?

Müller: Gerne, ein echtes Unikat, unser Name, oder?

Sag ich auch jedem, der meinen Eltern wenig Inspiration vorwirft. Außerdem: Kennst du viele andere mit Namen Mathias Müller?

Müller: Nur den Chef von VW, das ist der Bekannteste und eigentlich auch Einzige, den ich kenne.

Ich habe versucht, etwas über dich herauszufinden. Da habe ich gelesen: Du bist durch die Führerscheinprüfung gefallen.

Müller: Stimmt.

Wie oft?

Müller: Einmal.

Kein Grund zur Schande, ich auch.

Müller: Ja, wobei, das war schon selten doof bei mir. Fünf Minuten vor Ende der Fahrprüfung stand ich an einer Ampel. Als sie Grün gezeigt hat, bin ich losgefahren, habe aber noch mal kurz wegen eines Stoppschilds gehalten, das natürlich nur für den Fall da war, dass die Ampel ausfällt. Tja, das war’s, durchgefallen.

Etwas kleinkariert, war bei mir selbstverständlich auch so. Wie sieht es mit Spitznamen aus?

Müller: Thiesi, das stammt von meinem Bruder, der meinen Namen nicht ganz aussprechen konnte. Heute nennen mich alle so, ­Mathias sagen höchstens meine Eltern, wenn es Ärger gibt. Der Klassiker halt.

Weil du sie ansprichst – die heißen aber nicht wie meine Eltern, oder?

Müller: Gundula und Klaus?

Nein, gut, wir sind auf der sicheren Seite. Einen Bruder habe ich übrigens auch.

Müller: Marius?

Die heißesten 20 Athlet(inn)en: So sexy ist Olympia 2016 in Rio

Nein, aber auch mit M – Maximilian. In Bayern kürzt man Mathias gerne mit Hias ab. Schon mal gehört.

Müller: Ne, sagt mir gar nichts. Im Norden ist es meistens eher Matze.

Ich habe ja bereits 2012 in London unseren Namen präsentiert, aber freut mich, dass du es auch nach Rio geschafft hast.

Müller: Mich auch. 2012 habe ich vor dem Fernseher verfolgt. Ich habe damals noch in Hamburg gespielt, aus unserem Team waren mit Fürste, Jacobi, Korn und Fuchs vier Jungs dabei, wir haben viel gemeinsam mit der Hamburger Mannschaft geschaut.

Das Gesicht der Nationalmannschaft hat sich verändert und wurde verjüngt. Spürt man den Erfolgsdruck durch die Triumphe der Vorgänger?

Müller: Nein, Druck ist das gar nicht. Durch die beiden Olympiasiege 2008 und 2012 hat man eher im Hinterkopf, dass es möglich und realistisch ist, wieder so etwas Großes zu erreichen. Für mich beispielsweise wäre eine Bronzemedaille schon fantastisch. Aber sollten wir in das Finale kommen, wollen wir gewinnen, das ist klar.

Wie hast du generell deine ersten Olympiatage wahrgenommen?

Müller: Es ist total cool. Anfangs war es sehr entspannt, weil wir mit die Ersten im Dorf waren. Irgendwann kamen immer mehr Athleten und plötzlich sind Stars wie die US-Basketballer oder Novak Djokovic durch die Mensa gelaufen. Aber abgesehen davon ist der Unterschied zu einem normalen Turnier nicht so groß. Wir verbringen viel Zeit auf den Zimmern, legen die Beine hoch und fokussieren uns an Spieltagen nur auf das Match.

Ihr habt das Los, dass ihr, sofern ihr erfolgreich seid, erst sehr spät mitfeiern dürft.

Müller: Das stimmt, ich habe das bei den Reitern im Deutschen Haus hautnah miterlebt. Aber zu sehen, wie glücklich sie waren, das empfinde ich nicht als belastend, sondern motivierend, ich habe das richtig aufgesaugt.

Zumal die 2012er-Generation bewiesen hat, dass Hockeyspieler am Ende umso mehr feiern können.

Müller: Auch in dieser Hinsicht treten wir in große Fußstapfen. Aber wenn wir tatsächlich um die Medaillen mitspielen, mache ich mir deswegen keine Sorgen. 

Mehr zum Thema:

auch interessant

Meistgelesen

Olympia bei Eurosport: Müssen wir jetzt zahlen?
Olympia bei Eurosport: Müssen wir jetzt zahlen?
Sky Sport News HD im Free-TV: Das müssen Sie wissen
Sky Sport News HD im Free-TV: Das müssen Sie wissen
Bericht: Massenweise Medikament-Ausnahmegenehmigungen vor Rio 2016
Bericht: Massenweise Medikament-Ausnahmegenehmigungen vor Rio 2016
Boxen: So sehen Sie Feigenbutz gegen Keta heute live im TV und im Live-Stream
Boxen: So sehen Sie Feigenbutz gegen Keta heute live im TV und im Live-Stream

Kommentare