"Fast jeden Tag telefoniert"

Karsch: Silberner Volltreffer für ihre Kinder

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Glückliche Silbermedaillen-Gewinnerin: Monika Karsch zeigt ihr Edelmetall.

Rio de Janeiro - Monika Karsch gewinnt bei Olympia 2016 völlig überraschend eine Medaille. Während des Wettbewerbs hat sie die ganze Zeit an ihren Nachwuchs gedacht.

Die ersten Gedanken nach ihrer Silbermedaille galten ihren beiden Kindern Lina (5) und Bruno (3), die noch bis kommenden Montag auf ihre Mama warten müssen. "Mit der Zeitverschiebung war's nicht immer einfach, aber wir haben es fast jeden Tag geschafft zu telefonieren", erzählt Monika Karsch und zeigt der tz beim Sieger­empfang im Deutschen Haus ihr Glücksamulett mit den Fotos der beiden Schätze, die noch mehr wert sind als ihre erste olympische Medaille bei ihren ersten olympischen Spielen.

"Ich bin froh, dass wir die Chinesen diesmal abgezockt haben, die sind normal ja sehr stark. Vielleicht war ich in diesem Fall ein bisschen die Matz", sagt die 33-Jährige, die von Thomas, ihrem Mann und Trainer, unterstützt wurde in Anspielung auf ihre Teamkollegin Barbara Engleder. Kurios: Im Halbfinale ging ihre Sportpistole kaputt, zum größten Finale ihrer bisherigen Karriere musste sie mit einem Ersatzgerät antreten.

"Mit eigentlicher Waffe besser zurecht gekommen"

Karsch: "Man versucht alles gleich einzustellen, aber einen gewissen Unterschied gibt es immer. Mit meiner eigentlichen Waffe wäre ich im Finale besser zurecht gekommen. Aber ich muss mich nicht grämen, es ist toll, dass ich Silber gewonnen habe."

Die zweite Kuriosität: Normalerweise hätte die Schongauerin, die für die HSG (Königlich privilegierte. Hauptschützengesellschaft) Regensburg startet, in Rio gar nicht dabei sein dürfen. Sie gehört zwar seit Jahren zu den besten zehn Sportschützinnen der Welt, den Quotenplatz hatte sie aber stets knapp verfehlt. Möglich machte ihren Start eine Sonderregelung des Weltverbandes ISSF. Da sich die Gewehrschützen Daniel Brodmeier und Barbara Engleder jeweils für Doppelstarts qualifizierten, war ein Quotenplatz-Tausch möglich. Und Karsch hatte sich als einzige Weltcup-Finalistin 2016 dafür empfohlen. Ausschlaggebend dafür war ausgerechnet ihr vierter Platz beim Weltcup im April in Rio.

Jetzt hat sie an gleicher Stelle das Vertrauen zurückgezahlt. "Für mich war es schon ein Traum, hierher zu kommen, dann träumt man weiter. Und von einer Medaille darf man ja auch träumen. Und jetzt habe ich sie", sagte Karsch. "Es ist unfassbar, wie sich das anfühlt."

Mathias Müller

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