Hockey-Kapitän

Fürste im tz-Interview: "Ich werde einfach alt"

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Familienfeier: Emma Fürste (2) mit Papa Moritz und Mama Stephanie.

Rio de Janeiro - Die Hockey-Herren holten sich bei Olympia 2016 Bronze - und feierten diese Medaille ausgiebig. Die tz sprach mit Kapitän Moritz Fürste, der seine Nationalteamkarriere beenden wird. Das tz-Interview.

Kapitän Moritz Fürste und seine Hockey-Jungs enterten am Donnerstagabend gegen 20.30 Uhr das Deutsche Haus. So wild wie bei der Goldparty vor vier Jahren auf der MS Deutschland ging es nicht zur Sache, gefeiert wurde die Bronzemedaille aber schon – Sektduschen und Schlachtrufe inklusive. 

Die Betreiber des Deutschen Hauses hatten aber offenbar trotzdem Bedenken, zwischen 3.00 und 4.00 Uhr war Schluss! Was Fürste verärgerte. „Das war einmal gar nichts. Ein deutsches Haus, das die Athleten rausschmeißt. Das muss uns einer erklären“, twitterte Fürste noch in der Nacht. Alfons Hörmann rechtfertigte als Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes die Entscheidung. „Alles hat ein Ende – und so eben auch die Nächte im Deutschen Haus. Um circa drei Uhr ist eine Sicherheitslage entstanden, dass entschieden wurde, jetzt müssen wir langsam sicher runterfahren“. 

Mittendrin im Partypulk war anfangs auch noch Fürstes Töchterchen Emma, die mit ihrem Papa über die Bühne tanzte. Auch wegen ihr beendet der 31-Jährige nach elf Jahren und 291 Länderspielen seine Nationalteamkarriere. Das tz-Interview.

Herr Fürste, Ihr Resümee?

Moritz Fürste: Bronze fühlt sich sehr gut an, dass wir das Spiel gewonnen haben, ist wirklich wahnsinnig viel Wert. An meiner Entscheidung ändert das aber nichts, ich glaube, ich tue gut daran, dabei zu bleiben, das bin ich meiner Familie schuldig. Außerdem werde ich einfach alt.

Es ist Ihre erste Medaille als Papa. Spüren Sie einen Unterschied zu den Olympiasiegen 2008 und 2012?

Fürste: Ich habe dieses Turnier mit einer ganz anderen Intensität erlebt. Die Kleine und meine Frau sind seit zehn Tagen hier, darüber habe ich mich sehr gefreut. Und die beiden zu treffen hat mir auch immer wieder mentalen Freiraum gegeben. Das habe ich sehr genossen.

Wenn es mit der Medaille nicht geklappt hätte…

Fürste: Ich hatte meine Entscheidung vorher gefällt, sie war unabhängig vom Ausgang. Ich denke, ich kann auf eine sehr erfolgreiche Karriere zurückblicken, der heutige Tag ist das i-Tüpfelchen. Ich habe in meinem Leben nie über Wenn und Abers nachgedacht, sondern es einfach gemacht und geschaut, was herauskommt. So auch diesmal.

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Turner Fabian Hambüchen nimmt sein Gold-Reck mit. Wie sieht’s mit Ihrem Schläger aus?

Fürste: Den werde ich in der Bundesliga weiterspielen. Ich habe mal angefragt, aber es ist relativ schwierig, einen ganzen Kunstrasenplatz nach Deutschland zu schiffen. Aber klar, das Trikot bekommt einen besonderen Platz.

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