Wenk und Vogel hoffen auf Medaillen

Olympia: Münchner Athleten bereit für großen Sprung

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Ab ins Wasser: Alexandra Wenk und Florian Vogel springen beim tz-Termin im Aquatic Center ins Becken.

München - Gleich drei Münchner Schwimmer starten bei den Olympischen Spielen. Zumindest zwei von ihnen machen sich ernsthafte Hoffnungen auf Edelmetall in Rio de Janeiro.

Startposition, Lächeln in die Kamera, Absprung auf tz-Kommando! Wenn es in Rio so flutscht wie bei unserem Fototermin, kann für Alexandra Wenk und Florian Vogel nicht viel schiefgehen. Vor vier Jahren in London war Wenk noch die einzige Vertreterin der LG Stadtwerke, in Rio schickt Stützpunkttrainer Olaf Bünde drei heiße Eisen ins Feuer, besser gesagt ins Wasser im Aquatic Center.

Wenk und Vogel.

Philipp Wolf schwimmt "nur" in der 4x100-Meter-Staffel, Wenk (100 Meter Schmetterling, 200 Meter Lagen, 4x100 Lagen) und Vogel (400 Meter Freistil, 4x200 Meter) haben Final-, vielleicht sogar Medaillenchancen. "Ich will alles auf mich zukommen und einwirken lassen", sagt Vogel, der das medaillenlose London-Debakel noch von der Couch aus verfolgte. Sein kometenhafter Aufstieg begann mit der EM 2014, danach war Rio ein Thema.

"Es klingt einfach, aber in meiner Entwicklung steckt viel Arbeit, nicht nur in den vergangenen zwei Jahren", sagt "Birdy". Den Spitznamen verpasste ihm DSV-Trainer Frank Embacher in Anlehnung an seinen Nachnamen. Vogel erweiterte es zu seinem Hashtag Birdystyle. Wenk steht ihm da in nichts nach. Sie verbreitet ihre Fanbotschaften in den sozialen Netzwerken unter dem Tag FlyingWenky.

In der Mensa neben Usain Bolt

Bei ihrem ersten Olympiaauftritt stand die Deutsche Delphin-Meisterin plötzlich ehrfurchtsvoll in der Mensa neben Usain Bolt. "Es waren so viele Einflüsse, meine Teilnahme habe ich erst so richtig begriffen, als das olympische Feuer wieder erloschen ist." Diesmal weiß die Studentin, was auf sie zukommt. Die umstrittenen sehr späten Startzeiten sind für sie kein Problem: "Ich bin sowieso eine Nachteule und kann lange schlafen", sagt Wenk, die im Gegensatz zu vielen Kollegen auf eine Untersuchung im Schlaflabor verzichtete.

Vogel machte die Gaudi mit, viel Gewinn zog er daraus nicht. "Du gehst in einen Raum, der auf fünf Lux abgedunkelt ist. Das ist, wie wenn man in den Keller geht und die Augen zumacht, da siehst du nichts", erklärt der Bauingenieur-Student. Völlig verkabelt versucht man Ergebnisse über den Schlafrhythmus zu bekommen. Vogels Devise ist einfacher: "Ganz ehrlich, wer ist bei seinem Auftritt in Rio nicht sowieso hundertprozentig hellwach?"

Bei Wenk ist das auf dem Block wichtig. Die kräftezehrenden zweiten 50 Meter sind ihre Stärke, beim Start sei sie "eine Niete". Ihr Ziel ist klar: "Ich will Bestzeit schwimmen. Ob eine Bombenzeit dann zur Medaille reicht, kann ich nicht beeinflussen", so die 21-Jährige. Vogel hat es auf der 400-Meter-Distanz etwas komfortabler. Sollte ihm der Coup gelingen, darf sich Paul Biedermann warm anziehen. "Den Paul, den zieh ich mit", sagt Vogel. Gemeint sind nicht die Beckenauftritte in der ersten Woche, sondern die Feieraktivitäten in der zweiten Woche. Na dann, guten Sprung…

Wie stehen eigentlich die Chancen der Deutschen auf Medaillen in Rio?

mm

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